Israels Opposition kritisiert Gefangenenaustausch

Die israelische Oppositionsführerin Livni hat den Austausch des Soldaten Gilad Shalit gegen mehr als tausend palästinensische Häftlinge kritisiert. Die Aktion habe die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas gestärkt, sagte die frühere Außenministerin und Chefin der Kadima-Partei am Sonntag im israelischen Radio.

„Israels muss nun seine Fähigkeit zur Abschreckung zurückerlangen“, ergänzte sie. Livni forderte zudem, ihr Land solle sich künftig auf Verhandlungen mit gemäßigten Palästinensern wie der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Abbas konzentrieren.

Über Shalits Befreiung freue sie sich zwar, Israel dürfe aber „nicht jeden beliebigen Preis“ für eine Freilassung bezahlen. Der israelische Verteidigungsminister Barak gab in der Zeitung „Israel Hayom“ zu, sein Land müsse „neue Regeln“ für entsprechende Abkommen aufstellen, die „staatliche Interessen“ besser berücksichtigten.

Die Hamas hatte den im Juni 2006 von einem palästinensischen Kommando entführten Shalit am Dienstag freigelassen. Die israelische Regierung hatte sich im Gegenzug bereiterklärt, insgesamt 1.027 palästinensischen Gefangene auf freien Fuß zu setzen. Nach dem ersten Kontingent von 477 Gefangenen sollen bis zum Jahresende noch 550 Häftlinge freikommen.


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