DocLX verwundert über VKI-Klage gegen Alkoholwerbung

Rum und Wodka „jederzeit und überall“ ist aggressive Werbung. Der VKI hat daher gegen DocLX Verbandsklage eingereicht. Beim Maturareisen-Veranstalter zeigt man sich verwundert.

Urlauber auf Mallorca.
© dapd/Koch

Wien - Wegen aggressiver Werbung für Alkoholika auf Maturareisen hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nun Verbandsklage gegen den Veranstalter, das Unternehmen DocLX Travel Events, erhoben. Das Unternehmen bietet in Zusammenarbeit mit Ruefa Maturareisen nach Zypern an.

Im Prospekt und auf der Homepage des Event-Unternehmens werde die Reise aggressiv damit beworben, dass es hochprozentigen Alkohol (Rum und Wodka) „jederzeit und überall und immer und alle Tage und die ganze Woche und rund um die Uhr und im gesamten Club 4 Free“ gäbe. In einer Stellungnahme hat die DocLX am Montag betont, dass „dass wir gegen sämtlichen Missbrauch von Alkohol im Zusammenhang mit unseren Produkten, vehement vorgehen“.

VKI ortet Gesetzesverstoß

Die Alkoholwerbung verstößt nach Meinung des VKI gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG), der Verein klagte daher auf Unterlassung. „Während Mediziner besonders vor Alkohol für Jugendliche warnen und der Gesetzgeber daher auch Werbeverbote im Fernsehen und Radio vorschreibt, werden hier Matura-Reisen als Alkohol-Spektakel zu verkaufen gesucht“, sagte Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI, empört.

In mehreren Bundesländern sei den jeweiligen Jugendschutzgesetzen zufolge die Abgabe an und der Konsum von hochprozentigem Alkohol durch Minderjährige sogar verboten. Während in den Schulen Suchtprävention betrieben werde, würden viele Lehranstalten - „offenbar ohne Kenntnis dieser aggressiven Alko-Werbung im speziellen Fall“ - den Maturareise-Anbietern Tür und Tor öffnen, um für ihre Maturareisen zu werben.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Verwunderung bei DocLX

Bei DocLX zeigte man sich verwundert, „dass diese Klage ausschließlich gegen DocLX eingereicht wurde, und nicht gegen den angeblichen Marktführer im Maturareisen-Bereich, Summer Splash, die ebenfalls mit einer 24 Stunden Alkohol-Verfügbarkeit (bereits das 2. Jahr in Folge) werben“.

Man investiere teilweise bis zu 2,5 Millionen Euro in das Programm, beispielsweise bei der Maturareise X-Jam. Abgesehen davon sei „natürlich auch Alkohol ein Bestandteil“. Das Unternehmen weiter: „Unsere Investitionen in einen abwechslungsreichen Programmablauf zeigen klar, dass der Konsum von alkoholischen Getränken aber nicht im Mittelpunkt unserer Event-Reisen steht.“

„Qualität der Getränke gesichert“

Man werde es aber „auf keinen Fall zulassen, dass unsere Gäste mit qualitativ schlechtem Alkohol gesundheitlich geschädigt werden“, so DocLX. „Wir haben uns hier mit unseren Getränke-Partnern zusammengeschlossen, um die Qualität der Getränke - nicht nur im alkoholischen Bereich - sicher zu stellen. Darunter fällt neben der Markenqualität selbstverständlich primär der Umgang mit Alkohol.“

Man habe sich „mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft zusammengetan und gemeinsam versucht, ein Arbeitspapier zum sicheren Umgang mit Alkohol in dieser sensiblen Zielgruppe zu entwickeln, welches schrittweise von uns umgesetzt werden soll“, so DocLX. Darunter falle unter anderem ein „gesteuerter Tagesraster für die Maturanten“ mit Ruhephasen und Regeneration.

Außerdem stehe die Abwechslung in der Programmgestaltung im Vordergrund, und es gebe einen eigenen Verhaltenskodex für Maturanten, einen Leitfaden zur Konfliktregelung sowie Sicherheitsbestimmungen für das Betreuungspersonal. Es habe im übrigen in den zwölf Jahren der Reisen „noch keinen einzigen gravierenden Zwischenfall - generell - und im Speziellen im Zusammenhang mit Alkohol gegeben“.(tt.com, OTS)


Kommentieren


Schlagworte