Keine Spur von Rosat: Verbleib des abgestürzten Satelliten unklar

Am Sonntagmorgen war der deutsche Röntgensatellit in die Erdatmosphäre eingetreten. Wo er niedergegangen ist, ist aber noch nicht bekannt.

Köln – Nach dem unkontrollierten Absturz des deutschen Forschungssatelliten Rosat ist der Verbleib der ausgedienten Sonde auch am Montag zunächst unklar geblieben. Es gebe weiterhin keine Bestätigung, dass Satellitenteile die Erdoberfläche erreicht hätten, teilte ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag in Köln mit.

Vor dem Hintergrund noch ausstehender Daten zum Rosat-Absturz vom frühen Sonntagmorgen wollte das DLR auch Medienberichte nicht kommentieren, wonach der Röntgensatellit über Südostasien niedergegangen sein könnte. Der Satellit war laut DLR am Sonntag zwischen 3.45 Uhr und 4.15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit wieder in die Erdatmosphäre eingetreten. Kurz zuvor hatte das DLR mitgeteilt, dass aufgrund der vorliegenden Daten der Wiedereintritt des Satelliten nicht über Europa, Afrika und Australien erfolgen werde.

Nach Einschätzung von Experten im Vorfeld des Absturzes dürfte nur ein Teil des knapp 2,5 Tonnen schweren Satelliten beim Wiedereintritt in die Atmosphäre durch Reibungshitze verglüht sein. Rund 30 Einzelteile mit einer Gesamtmasse von 1,7 Tonnen, darunter ein großer Brocken von allein 1,6 Tonnen Masse, könnten demnach mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde auf der Erdoberfläche eingeschlagen oder aber ins Meer gestürzt sein.

Während seiner 1990 gestarteten Mission hatte Rosat die Erde zunächst auf einer elliptischen Umlaufbahn in 585 bis 565 Kilometern Höhe umrundet. Seit dem Missionsende 1999 verlor der Röntgensatellit aber durch Reibung kontinuierlich an Höhe, bis er am Sonntagmorgen wieder in die Erdatmosphäre eintauchte. Der Absturz konnte nicht gesteuert werden, weil der Satellit kein Triebwerk an Bord hatte. (APA/AFP)


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