Sechs Tote und mehrere Vermisste bei Unwettern in Norditalien

Wegen des wolkenbruchartigen Dauerregens im Norden und der Mitte des Landes sind Häuser eingestürzt und Straßenverbindungen unterbrochen.

Rom – In Italien sind bei Unwettern mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, acht wurden als vermisst gemeldet. Heftige Niederschläge belasteten vor allem die Regionen Ligurien und Toskana. Hunderte Personen mussten wegen den Überschwemmungen ihre Wohnungen verlassen, berichteten italienische Medien. Das Unwetter hat Millionenschäden angerichtet.

Die ligurischen Gemeinden Vernazza und Monterosso wurden von Schlammmassen überschwemmt. Die beiden Gemeinden im bekannten Raum der „Cinqueterre“ sind derzeit isoliert und nur vom Meer aus erreichbar. Die Bahnlinie zwischen Genua und der Hafenstadt La Spezia wurde gesperrt. Auch die Bahnlinie zwischen La Spezia und Parma wurde geschlossen. Gesperrt wurde wegen eines einsturzgefährdeten Viadukts auch die Autobahnstrecke zwischen den beiden Orten, was erhebliche Verkehrsprobleme verursachte.

In Ligurien hatte es stundenlang sintflutartige Niederschläge gegeben. Häuser und Brücken stürzten ein. Der Zivilschutz rief die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben. Im kleinen Ort Borghetto Vara unweit der Hafenstadt La Spezia kamen drei Menschen beim Einsturz eines Hauses ums Leben berichteten italienische Medien. Im toskanischen Aulla starben drei Personen. In der Ortschaft mussten rund 300 Personen aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. 50 von ihnen wurden von Rettungsmannschaften mit Schlauchbooten in Sicherheit gebracht.

Heftige Niederschläge wurden am Mittwoch in der Früh auch in Rom gemeldet. In der italienischen Hauptstadt hatten schwere Unwetter am vergangenen Donnerstag die Stadt zum Stillstand gebracht. Bürgermeister Alemanno versetzte die Rettungskräfte in Alarmbereitschaft.

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Italienische Geologen warnten vor Erdrutschgefahr in 70 Prozent der italienischen Gemeinden. Mehr als sechs Millionen Menschen würden in gefährdeten Gebieten leben. Die Zahlen sind erschreckend: Zwischen 1960 und 2010 seien bereits 3.407 Tote wegen Erdrutschen und Überschwemmungen gemeldet worden. 5.581 italienische Gemeinden seien gefährdet, 100 Prozent des Gebiets in den Regionen Aostatal, Umbrien und Kalabrien ernsthaft bedroht. (APA)


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