Anschlag auf Tankwagen: ZehnTote und 25 Verletzte

Im Norden Afghanistans kam es zu schweren Explosionen. Zu dem Anschlag bekannte sich noch niemand.

Kabul - Bei einem Bombenanschlag auf einen Tanklastwagen im Norden Afghanistans sind in der Nacht auf Mittwoch mindestens zehn Menschen getötet und bis zu 35 weitere verletzt worden. Eine an dem Fahrzeug angebrachte Bombe habe ein Loch in den Tank gerissen, anschließend habe es eine zweite, stärkere Explosion gegeben, sagte die Sprecherin der Provinz Parwan, Roshna Khalid. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Nachdem die Bombe explodierte, hätten sich Menschen dem Fahrzeug genähert, um den durch das Loch im Tank auslaufenden Treibstoff aufzufangen, sagte Khalid. Dann habe sich die zweite Explosion ereignet, wodurch das Fahrzeug in Flammen aufgegangen sei. Die Ursache für die zweite Detonation ist noch unklar.

Zehn Menschen seien getötet und 25 weitere verletzt worden, sagte Provinzgouverneur Abdul Basir Salangi, der den Anschlag als „Terrorakt“ verurteilte. Ein Sprecher des Krankenhauses in Parwan erklärte, es seien drei Tote und 35 Verletzte eingeliefert worden. Khalid hatte zunächst von 50 Toten oder Verletzten gesprochen.

Der von einer zivilen Einrichtung betriebene Tanklaster sollte nach Angaben Khalids Nachschub in den NATO-Stützpunkt Bagram nördlich der Hauptstadt Kabul liefern. Die radikal-islamischen Taliban und andere Aufständische haben in der Vergangenheit immer wieder NATO-Tanklaster bombardiert, die die US-geführten Truppen am Hindukusch beliefern.

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Der Norden Afghanistans blieb von schweren Kämpfen in dem seit zehn Jahren andauernden Krieg bisher weitgehend verschont. Seit der Ermordung des afghanischen Ex-Präsidenten Burhanuddin Rabbani im September gab es jedoch zunehmend Anschläge in dem Gebiet. Erst am Sonntag war Innenminister Bismullah Khan einem Anschlag in Parwan entgangen.

Die Provinz zählt zu einer Reihe von Regionen, deren Kontrolle vermutlich demnächst von der NATO an afghanische Kräfte übergeben werden soll. Der afghanische Präsident Hamid Karzai will Anfang November eine zweite Liste mit Provinzen für die Übergabe der Sicherheitsverantwortung vorstellen. In einer ersten Phase waren bereits im Juli verschiedene Gebiete an die Afghanen übergeben worden. Die NATO-Truppen wollen sich bis Ende 2014 vollständig aus Afghanistan zurückziehen. (APA/AFP/Reuters)


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