Iberoamerika-Gipfel endete mit wenig Ergebnissen

Das 21. Gipfeltreffen der iberoamerikanischen Staats- und Regierungschefs ist am Samstag in Asuncion mit schwacher Besetzung und wenigen greifbaren Ergebnissen abgeschlossen worden. Das vorgegebene Thema „Staatsreform und Entwicklung“ wurde in die Schlusserklärung mit allgemeinen Zielsetzungen aufgenommen, ebenso wie die Aufforderung zu transparenteren Steuersystemen.

Nur zwölf der 22 iberoamerikanischen Staaten waren mit ihren Präsidenten oder Regierungschefs vertreten, unter ihnen der spanische König Juan Carlos und Ministerpräsident Jose Rodriguez Zapatero. Zapatero forderte „dringende Pläne“ „von denen, die noch Spielraum dazu haben“, um die Weltwirtschaft anzukurbeln.

Es fehlten die Präsidentinnen von Brasilien und Argentinien, Dilma Rousseff und Cristina Fernandez de Kirchner, sowie ihre Kollegen aus Venezuela und Kuba, Hugo Chavez und Raul Castro. Auch mehrere mittelamerikanische Staatschefs und der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos blieben dem Treffen fern. König Juan Carlos veruschte nach Angaben der Madrider Zeitung „El Pais“ vergeblich, die Präsidentinnen von Brasilien und Argentinien zur Teilnahme am Gipfel zu bewegen.

Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa sorgte beim Treffen der lateinamerikanischen Staaten, Spaniens und Portugals in der paraguayanischen Hauptstadt für einen Eklat. Der linksgerichtete Staatschef unterbrach am Samstag den Vortrag einer Weltbank-Vertreterin und verließ später wutentbrannt den Saal. „Warum muss ich mir bei einem iberoamerikanischen Forum den Vortrag der Vizepräsidentin der Weltbank anhören, die mein Land offen erpresst hat?“, rief Correa während der Rede der Weltbank-Vizepräsidentin für Lateinamerika und die Karibik, Pamela Cox.

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Damit spielte der Präsident auf einen Vorfall aus dem Jahr 2007 an, als er den Vertreter der Weltbank in Ecuador ausgewiesen und der Weltbank Erpressung vorgeworfen hatte, weil sie einen bereits zugesagten Kredit in Höhe von 100 Millionen Dollar zurückgehalten hatte. Cox solle sich für den verursachten Schaden „entschuldigen“, forderte Correa. Die Weltbank-Vertreterin ging nicht auf die Zwischenrufe ein. Der Sprecher Sergio Jellinek sprach später jedoch von einem „persönlichen Angriff“, den die Weltbank sehr bedauere.


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