Zivilisten bei kenianischem Luftangriff in Somalia getötet

Eine Bombe traf offenbar eine Essens-Ausgabestelle für somalische Flüchtlinge.

Mogadischu - Bei einem kenianischen Luftangriff im Süden Somalias sind nach Angaben von Augenzeugen mehrere Zivilisten getötet worden. Wie die Zeugen der Nachrichtenagentur AFP berichteten, explodierte am Sonntag eine Bombe in Jilib in der Nähe eines Lagers, in dem die islamistische Al-Shabaab-Miliz Essen an Flüchtlinge ausgibt. Die kenianische Armee erklärte, bei dem Angriff seien ausschließlich Shabaab-Mitglieder getötet worden.

Eine der Bomben sei „sehr nah“ an dem Lager explodiert, sagte ein Augenzeuge namens Abdikadim. „Mehrere Menschen starben, ich habe drei gesehen.“ Ein anderer Augenzeuge sprach von mindestens fünf Leichen. „Mindestens vier schwere Explosionen waren am Nachmittag innerhalb und außerhalb von Jilib zu hören“, sagte Moalim Isak. „Mindestens fünf Zivilisten wurden an einer Essens-Ausgabestelle getötet, wo eine Bombe explodierte.“

Ein Vertreter der Shabaab-Miliz warf der kenianischen Armee die Tötung von Zivilisten vor. Ein kenianischer Armeesprecher war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Zuvor hatte er mitgeteilt, dass die Armee am Sonntagnachmittag ein „Ziel getroffen“ habe. Dabei seien zehn Shabaab-Kämpfer getötet sowie 47 weitere verletzt worden.

Kenias Armee hat bereits mehrmals Ziele im Süden Somalias bombardiert, seit sie Mitte Oktober Truppen über die Grenze geschickt hatte. Die Militäraktionen zielen auf die Shabaab-Miliz, die für die Entführung mehrerer Ausländer in Kenia verantwortlich gemacht wird. Die Miliz hat die Verantwortung für die Entführungen zurückgewiesen.

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Am Samstag griffen Shabaab-Kämpfer in der somalischen Hauptstadt Mogadischu einen Militärstützpunkt an und töteten nach eigenen Angaben 80 Soldaten der Afrikanischen Union. Nach Angaben der AU-Mission AMISOM sprengten sich vor dem Stützpunkt im Norden Mogadischus zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Die Angreifer seien jedoch „zurückgeschlagen“ worden. Zwei AU-Soldaten seien verletzt worden. Die Shabaab-Miliz erklärte dagegen, bei dem mehr als zweistündigen Gefecht seien 80 ugandische Soldaten ums Leben gekommen. Am Sonntag erklärte die Miliz, einer der beiden Attentäter sei ein US-Bürger somalischer Herkunft gewesen.

9000 AMISOM-Soldaten aus Uganda und Burundi unterstützen die somalischen Regierungstruppen seit Jahren im Kampf gegen die Shabaab-Milizen, die nach wie vor weite Teile des Landes kontrolliert.

In einem der Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab nahe der somalischen Grenze wurden nach Behördenangaben zwei mutmaßliche Waffenhändler festgenommen. Demnach hatten sie versucht, kenianischen Polizisten Waffen zu verkaufen. Diese hätten die Händler jedoch in eine Falle gelockt. Einer der Festgenommenen sei Somalier, der andere habe keine Papiere bei sich gehabt. (APA/AFP)


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