Natur

Tod der Dreijährigen keine Folge der Narkose

Mit wenigen neuen Details zum tragischen Tod eines dreijährigen Mädchens an der Innsbrucker Klinik wartete am Montag die Ärztliche Leiterin auf. Der Fall zeige aber einmal mehr massive Strukturprobleme an der Kinderklinik auf.

Innsbruck – Mit dem Tod eines dreijährigen Mädchens ist die Innsbrucker Kinderklinik einmal mehr in die Schlagzeilen geraten. Warum musste das Mädchen sterben? Unter großem Medieninteresse stand die Ärztliche Leiterin am Montag der Öffentlichkeit Rede und Antwort und räumte teilweise mit Gerüchten und Vermutungen auf. „Das Mädchen ist nicht an den Folgen der Narkose gestorben“, berichtete Alexandra Kofler. „Und es gab keine Magenspiegelung“, betonte sie.

Das Kind sei am 15. Oktober von den Eltern zur Kinderklink gebracht worden. „Die Lippen waren verklebt. Die Mutter hatte den Mund geöffnet.“ Da unklar war, inwieweit die Atemwege durch Dämpfe oder Klebstoff verletzt worden waren, seien die „oberen Atemwege endoskopisch untersucht“ worden. Dazu sei eine Narkose notwendig gewesen.

Der Zeitraum zwischen der Einlieferung am Nachmittag und der Untersuchung am späten Abend war notwendig, da das Mädchen für die Narkose nüchtern sein musste, berichtete Kofler. Bei der Untersuchung wurde eine Schwellung in den oberen Atemwegen festgestellt und die kleine Patientin intubiert. Da das Kind ein zweites Mal untersucht werden sollte, hielten die Ärzte die Narkose aufrecht und die Kleine wurde in der Intensivstation aufgenommen. Doch der Zustand der Dreijährigen verschlechterte sich zunehmend. Auf der Intensivstation sei das Mädchen nicht mehr munter geworden - zunächst „absichtlich, dann nicht absichtlich“, sagte Kofler. Am Freitag versagten schließlich mehrere Organe und das Mädchen starb.

Auf die Frage der Journalisten nach dem Medikament Propofol erklärte Kofler, dass es sich um ein „altbewährtes Medikament handle, das für Kinder ab dem ersten Lebensmonat zugelassen ist“. Zudem sei die Narkose „völlig normal verlaufen“ und nicht Schuld am Tod der Dreijährigen.

Inzwischen wurde der Körper des Mädchens obduziert. „Der schriftliche Bericht liegt noch nicht vor“, erklärte Kofler und verwies zudem auf die „ärztliche Schweigepflicht. Die Eltern wollen zudem keine Stellungnahme gegenüber der Öffentlichkeit abgeben.“ Die Behörden seien aktiv un „wir werden außerdem intensiv an der schonungslosen Aufklärung mitarbeiten“, betonte die Leitende Ärztin. Über die Möglichkeiten, die zum Tod der Dreijährigen geführt haben könnten, wollte sich Kofler nicht äußern. „Eine klare Spur haben wir nicht“, betonte die Medizinerin.

Das große öffentliche Interesse nutzte die Ärztliche Leiterin am Montag aber, um auf die mangelnde Umsetzung der Strukturänderungen an der Kinderklinik hinzuweisen. Zwar hätten die Strukturprobleme nichts mit dem jüngsten Todesfall zu tun. Die Mitarbeiter stünden aber unter enormem Druck, es habe bereits eine Kündigung aus diesem Grund gegeben. Die schon im Juni 2010 beschlossenen Strukturänderungen seien bis heute nicht vom Uni-Rat abgesegnet worden. Erst jetzt würden die Ausschreibungen dafür laufen. Mitarbeiter seien neben den normalen Diensten „interimsmäßig in leitenden Funktionen eingesetzt worden“. Die Doppelbelastung sei nicht tragbar - „Man muss an der Kinderklinik keine Angst haben - Aber es muss eine Lösung her!“ (tt.com)