Chinas Raumschiff „Shenzhou 8“ ins All gestartet
Das chinesische Raumschiff „Shenzhou 8“ ist erfolgreich ins All gestartet. Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch“ brachte das „Magische Schiff“ am späten Montagabend (Dienstag Ortszeit) vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi in Nordwestchina in eine Umlaufbahn. Bei seinem Flug wird das Raumschiff erstmals versuchen, an das Weltraummodul „Tiandong“ (Himmelspalast) anzukoppeln.
„Tiandong“ umkreist seit 31 Tagen die Erde und wurde dafür am Sonntag in eine Flugbahn in 343 Kilometer Höhe gebracht. Das Andockmanöver gilt als Voraussetzung für den Bau einer chinesischen Raumstation bis 2020. An Bord ist auch eine deutsche Experimentieranlage, die eine neue Kooperation zwischen Deutschland und China einläutet.
Damit arbeitet China bei seinen „Shenzhou“-Missionen weltweit erstmals mit einem anderen Staat zusammen. Mit der deutschen „Simbox“-Apparatur sollen während des Fluges insgesamt 17 biomedizinische Experimente zur Schwerelosigkeit vorgenommen werden.
Die unbemannte „Shenzhou“-Kapsel soll zu der im Aufbau befindlichen chinesischen Raumstation fliegen und dort in zwei Tagen andocken. Danach sollen die „Simbox“-Experimente automatisch anlaufen. Dabei werden die mitfliegenden Pflanzen, Fadenwürmer, Bakterien und menschlichen Krebszellen fast drei Wochen lang der Schwerelosigkeit und der Strahlung des Weltraums ausgesetzt.
China hinkt damit noch weit hinter anderen Raumfahrtnationen her. Während die USA, Russland und die Europäer ihre Raumfahrtprogramme zurückschrauben oder mit Rückschlägen zu kämpfen haben, verfolgt die zweitgrößte Wirtschaftsnation mit Nachdruck ihre ehrgeizigen Pläne im All. China entwickelt ein eigenes Navigationssystem und hat den Mond im Visier. In zwei Jahren ist eine unbemannte Mondlandung geplant. China baut auch leistungsstärkere Raketen und einen dritten Raumfahrtbahnhof in Hainan in Südchina.