„Athen riskiert Ausscheiden aus Euro-Zone“
Die angekündigte Volksabstimmung in Griechenland über das geplante neue internationale Rettungspaket könnte nach Einschätzung eines namhaften Wirtschaftsexperten das Ende der Mitgliedschaft des Landes in der Euro-Zone bedeuten. Der Präsident der European School of Management and Technology in Berlin, Jörg Rocholl, sprach von einer „sehr überraschenden und auch sehr mutigen Entscheidung“.
„Denn wenn sie nicht gut geht, und dafür spricht im Moment ja einiges, weil es Widerstände in der griechischen Bevölkerung gibt, könnte es sein, dass sich die anderen Staaten nicht mehr an ihre Versprechungen gehalten fühlen müssen“. Sie könnten sich dann aus der Griechenland-Rettung zurückziehen. Das aber könnte dann bedeuten, „dass Griechenland nicht mehr im Euro bleiben könnte“.
Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Montag überraschend eine Volksabstimmung über die Hilfen und die damit verbundenen strengen Sparauflagen für das Land angekündigt. Zudem will er im Parlament die Vertrauensfrage stellen. Ein Euro-Gipfel hatte sich erst in der vergangenen Woche nach intensiven Diskussionen auf ein umfangreiches Anti-Krisenpaket geeinigt. Teil dessen ist ein Schuldenschnitt für Griechenland auf Kosten der privaten Anleihengläubiger um rund 50 Prozent.