Hu-Besuch: Lautstarker Protest bei Ankunft in Salzburg
Rund 100 Demonstranten versammelten sich vor dem Makartplatz und wurden von Sperrgittern und einem Großaufgebot an Polizisten am Vordringen zu Mozarts Wohnhaus gehindert.
Salzburg – Der Besuch des chinesischen Staats-und Parteichefs Hu Jintao von Mozarts Wohnhaus am Dienstag gegen 17.30 Uhr in der Stadt Salzburg hat lautstarke Proteste von Exil-Tibetern, Sympathisanten und Anhängern der in China verbotenen Religionsgemeinschaft „Falun Gong“ hervorgerufen. Die rund 100 Demonstranten verließen ihre zugewiesenen Standorte und rückten in Richtung Makartplatz vor, wo sie von Sperrgittern und einem Großaufgebot an Sicherheitskräften am Betreten des Platzes gehindert wurden.
„Der Makartplatz wurde mit einem Platzverbot gesichert. Bisher ist es zu keinen unerwarteten Situationen gekommen, es ist alles im Rahmen des Zulässigen“, sagte Burghard Vouk vom Salzburger Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung zur APA. Der Verkehr wurde umgeleitet, Passanten mussten sich einen anderen Weg suchen.
Während die Aktivisten im Freien unzählige Male die Forderung „Freies Tibet“ skandierten, herrschte in Mozarts Wohnhaus festliche Konzertatmosphäre. Unter der Leitung von „Hausherr“ Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum, gab es Melodien aus der Mozart-Oper „Zauberflöte“ zu hören, die erst achtjährige Salzburgerin „Emma“ spielte dazu auf Mozarts Kindergeige. Um 18.30 Uhr ist ein Abendessen in der Alten Residenz geplant. Dort wird dem chinesischen Staatschef ein „Habsburger Anzug“ überreicht - als Gastgeschenk des Bürgermeisters von St. Wolfgang, Johannes Peinsteiner (V). Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) schenkt der Frau des Präsidenten, Liu Yongqing, ein Salzburger Dirndlkleid, hergestellt von Trachtenmoden Lanz. (APA)