Mehrheit der Deutschen lehnt weitere Amtszeit Merkels ab
Die Umfragewerte der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gehen zurück. Ihr Management der Euro-Krise ruft ein geteiltes Echo hervor.
Berlin – Eine dritte Amtszeit von Kanzlerin Angela Merkel nach der Bundestagswahl 2013 stößt bei den meisten Deutschen auf wenig Gegenliebe. 50 Prozent der Befragten lehnten dies in einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ ab, nur 39 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Merkel Regierungschefin bleiben solle. Elf Prozent äußerten keine Meinung.
Ein uneinheitliches Meinungsbild gibt es demnach zum Vorgehen Merkels in der Euro-Krise: 42 Prozent äußerten die Ansicht, die Kanzlerin habe darauf richtig reagiert, 46 Prozent sind nicht dieser Meinung.
In der sogenannten Sonntagsfrage für den „stern-RTL-Wahltrend“ gingen die Werte für die Piratenpartei wieder leicht um einen Punkt zurück. Mit neun Prozent blieben die Piraten aber weiter stark. Union und SPD konnten jeweils einen Punkt zulegen, die CDU/CSU auf 32 Prozent und die SPD auf 28 Prozent. Die Grünen blieben mit 16 Prozent stabil, ebenso die Linke mit acht Prozent. Die FDP blieb abgeschlagen bei drei Prozent.
Eine klare Mehrheitsbildung im Bundestag zeichnet sich damit nicht ab. Zwar liegen SPD und Grüne mit zusammen 44 Prozent weit vor der Union; CDU/CSU, Linke und Piraten wären jedoch mit insgesamt 49 Prozent eindeutig stärker. Rechnerisch mögliche Zwei-Parteien-Bündnisse wären eine Großen Koalition mit zusammen 60 Prozent oder ein schwarz-grünes Bündnis mit 48 Prozent.
Für die „stern“-Umfrage zu Merkel befragte Forsa am 27. und 28. Oktober 1001 repräsentativ ausgesuchte Deutsche, für den „stern-RTL-Wahltrend“ vom 24. bis 28. Oktober 2501 Bürger. (APA/AFP)