Prix Goncourt geht an Nachwuchsautor Alexis Jenni
Für seinen Debütroman „L‘art francais de la guerre“ wurde Nachwuchsautor Alexis Jenni mit Frankreichs begehrtestem Literaturpreis ausgezeichnet.
Paris – Frankreichs renommiertester Literaturpreis, der Prix Goncourt, geht heuer an den Nachwuchsautor Alexis Jenni für seinen Debütroman „L‘art francais de la guerre“, erschienen bei Gallimard. Darin thematisiert Jenni anhand der Geschichte eines einstigen Fallschirmjägers die Kolonialkriege seiner Heimat in Indochina und Algerien. Der 48-jährige Biologieprofessor wurde in der ersten Runde mit fünf gegen drei Stimmen der Jurymitglieder gewählt, wie Vorstandsmitglied Didier Decoin am Mittwoch mitteilte.
Bis dato hat sich Jennis Werk 56.000 Mal verkauft - nach der Verleihung eines Goncourt schnellt die Zahl im Schnitt auf 400.000 Exemplare nach oben. Jenni, der sich selbst als „Schriftsteller am Sonntag“ bezeichnet, hatte an seinem Erstlingswerk fünf Jahre geschrieben und das 700 Seiten starke Manuskript schließlich via E-Mail nur an den Verlag Gallimard geschickt, der sich unmittelbar zur Veröffentlichung entschloss.
Der traditionell zur gleichen Zeit wie der Goncourt verliehene Prix Renaudot geht indes an Emmanuel Carrere für „Limonov (POL)“, das Porträt von Eduard Weniaminowitsch Limonow, dem Underground-Literaturidol unter Breschnew, der nach der Ausweisung zum Obdachlosen in New York, Schriftsteller in Paris und schließlich zum Gründer einer ultranationalistischen Partei in Russland wurde.
Carrere wurde von der Jury in der zweiten Runde mit sechs Stimmen gegen vier ausgewählt. Geboren 1957 in Paris, wurden seine Werke, darunter „La Classe de neige“ (1995), „L‘Adversaire“ (2000) oder „D‘autres vies que la mienne“ (2009) in zwanzig Sprachen übersetzt. (APA)