US-Notenbank lässt Leitzins nahe Null
Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert. Der Zielsatz für Tagesgeld liege weiterhin in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent, teilte die Federal Reserve in Washington mit. Damit realisierte sich jene Entscheidung ein, mit der Volkswirte gerechnet hatten. Der Leitzins liegt nun seit bereits fast drei Jahren auf dem Rekordtief.
Die Fed hatte ihn während der Finanzkrise im Dezember 2008 auf diese niedrige Spanne herabgesetzt. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen. Notenbankchef Ben Bernanke gibt seit 19.15 Uhr MESZ eine Pressekonferenz.
Trotz der jüngsten Belebung blickt die US-Notenbank insgesamt immer skeptischer auf die Wirtschaftsaussichten. Sie erwartet im Schnitt nur noch ein Plus von 1,6 bis 1,7 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr, wie aus den aktualisierten Konjunktur-Prognosen der Institution hervorgeht. Im Juni hatte sie noch rund 2,7 bis 2,9 Prozent vorhergesagt. 2012 soll die Wirtschaftsleistung um 2,5 bis 2,9 Prozent zulegen.
Im Sommer hatte die US-Wirtschaft ihr Wachstumstempo trotz Schuldenkrise in Europa und abkühlenden Weltkonjunktur fast verdoppelt: Das Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,5 Prozent zu. Dies entspricht in der in Europa üblichen Rechenweise jedoch nur einem Quartalsplus von rund 0,6 Prozent.
Jedenfalls ist das viel zu wenig, um die für amerikanische Verhältnisse relativ hohe Arbeitslosenquote von mehr als 9 Prozent abzubauen. Die Fed geht davon aus, dass die Quote dieses Jahr bei 9,0 bis 9,1 Prozent liegen und 2012 nur leicht auf 8,5 bis 8,7 Prozent sinken wird.