Bischof Scheuer: Kritiker haben dem „Ungehorsam“ abgeschworen
Die kirchenkritische Pfarrerinitiative stelle „keine Minderheit“ dar, so Innsbrucks Diözesanbischof. Der erfolgte „Aufruf zum Ungehorsam“ sei aber vom Tisch.
Innsbruck - Der von der kirchenkritischen Pfarrerinitiative im Sommer erfolgte „Aufruf zum Ungehorsam“ ist für den Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer offenbar bereits vom Tisch. „Vom Ungehorsam haben sich mittlerweile eigentlich alle distanziert, auch die Wiener Gruppe“, sagte Scheuer am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz anlässlich der bevorstehenden Seligsprechung des Vorarlberger Provikars Carl Lampert (1894-1944) in Innsbruck. Man dürfe aber die Anliegen der Initiative „nicht insgesamt ignorieren“, nur weil man „einzelne Forderungen“ ablehne, erklärte der Bischof.
Die Unterstützer und Sympathisanten der Pfarrerinitiative seien auch „keine Minderheit“ und dementsprechend keine „zu vernachlässigende Gruppe“. Er wolle sich nicht festlegen, welche Ergebnisse die am kommenden Montag in Salzburg startende Herbst-Vollversammlung der österreichischen Bischöfe bringen werde, aber die „Not und die Anliegen“ seien jedenfalls wahrzunehmen, meinte Scheuer. In der Diözese Innsbruck hatten laut dem Bischof 15 Pfarrer den „Aufruf zum Ungehorsam“ unterschrieben.
Dass es zuletzt etwas ruhiger um die Pfarrerinitiative wurde, hänge laut Scheuer auch mit den „Gesetzmäßigkeiten der medialen Aufmerksamkeit“ zusammen. „Zu Beginn des Sommers war sie sehr groß, schwächte sich dann ab, bekam Ende August wieder einen Schub und wurde dann wieder weniger. Jetzt rechne ich mit einem weiteren Schub“, deutete der Diözesanbischof. Aber es hänge halt stark davon ab, was sonst noch so alles „in Österreich und in der Welt“ passiere.