Unternehmen

Post-Streik vorerst abgewendet

Der angedrohte Streik bei der Österreichischen Post findet vorerst nicht statt. Postchef Pölzl hat am Donnerstag in einem Offenen Brief der Postgewerkschaft Gespräche für kommenden Montag angeboten, bis dahin verzichtet die Belegschaftsvertretung auf Proteste. Sollten die kritisierten Punkte nicht rasch angegangen werden, steht ein Streik jedoch wieder im Raum, warnte Gewerkschaftschef Köstinger.

Wesentliche Punkte des Forderungskataloges der Postgewerkschaft sind ein Stopp der Mitarbeitergespräche mit jenen Kollegen, die das Unternehmen angeblich loswerden will, ein Stopp der Frühpensionierungen gegen den Willen der Postler, ein Stopp der Auslagerungen und mehr Personal sowie eine Abgeltung drohender Einkommensverluste. Außerdem müsse der Umgang des Managements mit den Untergebenen „menschlicher“ werden.

Die Postgewerkschaft hatte vorige Woche eine Streikfreigabe beim ÖGB beantragt und diese heute erhalten. ÖGB-Präsident Foglar meinte, es ist inakzeptabel, ältere Beschäftigte aus den Unternehmen zu drängen.

In dem Offenen Brief hielt heute Pölzl fest, dass bei der Post keine Mitarbeiter gemobbt werden, aber das Leistungsprinzip herrsche. „Wir bekennen uns klar zu einer Leistungskultur. Leistungsorientierung und Wertschätzung stehen in keinerlei Widerspruch zueinander“, so Pölzl in dem Schreiben. Weiters heißt es: „Wir halten ausdrücklich fest, dass keine Kündigungswelle vorbereitet wird.“

Zum Vorwurf der zwangsweisen Frühpensionierungen merkte der Postchef an: „Das Gesetz sieht bei einer dauernden Dienstunfähigkeit die Versetzung des Beamten in den Ruhestand - von Amts wegen oder auf seinen Antrag - vor. (...) Ein Handlungsspielraum seitens des Unternehmens besteht aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen dabei nicht.“