Anzeige gegen Erste-Group-Chef Treichl auf Eis
Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Verfahren gegen Erste-Group-Chef Andreas Treichl „ohne formelles Ermittlungsverfahren“ eingestellt, das aufgrund einer Anzeige eines Aktionärs der Bank mit dem Vorwurf der Bilanzfälschung eingeleitet wurde, bestätigte der Sprecher des Staatsanwaltschaft der APA einen Bericht des Magazins „Format“.
Die Anzeige hatte zu wenig Substrat, so Vecsey. Das Verfahren könnte aber wieder aufgenommen werden, sollten „die Ermittlungen der FMA etwas ergeben“, bekräftigte er. Die Bank hatte überraschend eine Neubewertung von Credit Default Swaps (CDS) angekündigt, sodass die Bilanzen für 2009 und 2010 korrigiert werden müssen.
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ermittelt seit Oktober gegen den Erste-Chef wegen möglicher Verletzung der Ad-hoc-Pflicht bzw. wegen des Verdachts auf Marktmanipulation. Im Zentrum der Vorwürfe stehen Aussagen von Treichl gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am 29. September. Damals hatte er gesagt, er wolle an der Gewinnprognose festhalten. Nur knapp zwei Wochen später, am 10. Oktober, musste der Erste-Chef die Ergebnisprognose deutlich nach unten revidieren.