Gesellschaft

Schüsse auf Erzbischof von Florenz

Auf den Florentiner Erzbischof Giuseppe Betori ist auf offener Straße geschossen worden. Die Kugel traf Betoris Sekretär, Pater Paolo Brogi, der in der Magengegend verletzt wurde und operiert werden musste. Er schwebt nicht in Lebensgefahr. Die Polizei sucht nach einem etwa 70-jährigem Mann, einem vermutlich geistesgestörten Obdachlosen, der der Tat verdächtigt wird, berichteten Medien.

Der Mann hielt am Freitagabend beim Bischofssitz in Florenz das Auto des 64-jährigen Betori an. Er verlangte von dessen Sekretär ein sofortiges Gespräch mit dem Erzbischof. Brogi verweigerte ihm dies, da der Erzbischof dringende Verpflichtungen hatte. Daraufhin schoss der Mann mit einer Pistole aus unmittelbarer Nähe auf den Sekretär. Anschließend richtete er seine Waffe auch auf den herbeigeeilten Erzbischof, bevor er die Flucht ergriff.

Laut Zeugen trug der Täter einen langen Bart und eine Wollmütze am Kopf. Er zog eine Pistole Kaliber 7,65 aus der Tasche und bedrohte den Erzbischof. „Du solltest nichts sagen!“, rief der offensichtlich verwirrte Mann dem Kirchenfürsten zu, der den Rest des Satzes nicht begriff. „Ich habe keine Angst, ich bin ruhig“, sagte der Erzbischof, nachdem er in einem Florentiner Krankenhaus seinen verletzten Sekretär besuchte. Die Polizei konnte dank der Aussagen des Verletzten ein Phantombild des Täters veröffentlichen. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Erzbischof wurden verschärft.

Die Polizei vernahm sechs Obdachlose. Zwei von ihnen wurden am Samstag wieder freigelassen. Die Ermittler überprüfen auch die Bilder der Videoanlagen des Bischofssitzes. Betori habe bisher niemals Drohungen erhalten. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft.