Opferbilanz nach Anschlägen im Norden Nigerias weitaus höher
Rettungsdienste sprechen von 150 Toten nach mehreren Bombenanschlägen am Freitagabend.
Damaturu – Die Zahl der Toten bei einer Anschlagsserie im Norden Nigerias ist offenbar weitaus höher als bisher befürchtet. Bei den Bombenanschlägen am Freitagabend in der Stadt Damaturu seien rund 150 Menschen getötet worden, sagte ein Vertreter der Rettungsdienste am Samstagabend. Er sei beim Transport der Toten zur Leichenhalle dabei gewesen und habe die Leichen persönlich gezählt. Einige von ihnen seien allerdings inzwischen von ihren Angehörigen abgeholt und bestattet worden. Das Rote Kreuz berichtete von 63 Opfern.
Mutmaßliche radikale Islamisten hatten am Freitagabend in Damaturu Anschläge auf das Polizeihauptquartier, zwei Polizeiwachen und sechs Kirchen verübt, wie Augenzeugen berichteten. Zu den Taten bekannte sich ein Sprecher der islamistischen Sekte Boko Haram. Die Sekte strebt die Errichtung eines islamischen Staates im Norden des afrikanischen Landes an und verübt immer wieder Anschläge. Nigeria ist zwischen dem mehrheitlich muslimischen Norden und dem überwiegend von Christen bewohnten Süden gespalten. Zwischen den Religionsgruppen bestehen Spannungen, die immer wieder in Gewalt münden. (APA/AFP)