2:2 in Wien - Wacker kassiert Ausgleich in der Schlussminute
Beim 2:2 gegen die Austria durfte sich Wacker als moralischer Sieger fühlen. Der Punkt hatte aber einen bitteren Beigeschmack.
Wien – Der FC Wacker Innsbruck musste sich beim Auswärtsspiel gegen die Wiener Austria am Sonntagabend mit einem 2:2-Unentschieden begnügen. Die Tiroler verspielten dabei eine 2:0-Pausenführung nach Treffern von Peter Hackmair (14.) und Daniel Schütz (30.). Bitter: Der Ausgleich durch Junuzovic fiel erst in der 93. Minute.
Die Schwarz-Grünen legten im Horr-Stadion los wie die Feuerwehr. Bereits nach 50 Sekunden tauchte Miran Burgic alleine vor Heinz Lindner auf, scheiterte allerdings am Schlussmann der Veilchen. In der 14. Minute war dann aber auch der ÖFB-Keeper machtlos. Nach einer Flanke von Thomas Bergmann stieg Peter Hackmair am höchsten und köpfte zur 1:0-Führung ein. Der erste Treffer im Wacker-Dress für den Oberösterreicher.
Hackmair und Schütz mit Premierentreffern
Als Daniel Schütz auch noch seinen Premierentreffer nach einem schönen Heber - die Vorarbeit kam abermals von Bergmann - feierte (30.), durften die mitgereisten Wacker-Fans unter den 8400 Zuschauern schon langsam vom ersten Auswärtssieg seit der ersten Runde (3:2 in Kapfenberg) träumen.
Die Austrianer hatten da aber etwas dagegen. Wie schon unter der Woche beim Europa-League-Match gegen Alkmaar - 2:2 nach 0:2 Pausenrückstand - kamen die Violetten völlig verändert aus der Kabine. Für den ersten Aufreger sorgte Roland Linz, der einen Abpraller von Wacker-Keeper Safar nicht verwerten konnte (47.). Den ersten Wiener Jubelschrei beschwor dann Michael Liendl herauf, der in der 54. Minute auf 1:2 verkürzte. In der Folge verlegte sich Wacker aufs Ergebnishalten und tauchte nur noch sporadisch vor dem Austria-Gehäuse auf. Bei einem Foul von Ortlechner an Hackmair (57.) hätte Schiedsrichter Ouschan auf den Elfmeterpunkt zeigen müssen - tat er aber nicht.
So blieb die Partie weiter offen. Die Wiener suchten ihr Heil in Standardsituationen (12 Eckbälle) und pfiffen in der Schlussphase sogar aufs Fair Play (78.). Der Startschuss zu einer hitzigen Schlussphase.
Emotionen kochten über
Die Emotionen endgültig zum Überkochen brachte aber ein Elfmeterpfiff zugunsten der Austria in der 90. Minute. Barazite hatte Kofler aus eineinhalb Metern an den Arm geschossen, Ouschan entschied zu Unrecht auf Strafstoß. Wacker-Trainer Walter Kogler wedelte daraufhin mit einer 100-Euro-Note vor den Augen des vierten Offiziellen, was ihm wegen Bestechungsvorwürfen einen Ausschluss einbrachte und wohl eine Sperre nach sich ziehen wird. Hätte er gewusst, dass Safar den Barazite-Elfmeter pariert, wäre er wohl ruhiger geblieben.
Machtlos war der Austro-Ungar im Wacker-Kasten wenig später bei einem Gestocher am Fünf-Meter-Raum. Junuzovic drückte die Kugel letztendlich zum Ausgleich über die Linie (93.). Der späte Schock für die Schwarz-Grünen, die allerdings nicht in Lethargie flüchteten, sondern noch einmal die Entscheidung suchten. Und hätte Momo Ildiz seinen Freistoß (94.) ein paar Zentimeter höher angesetzt, wären die drei Punkte mit auf die Heimreise nach Innsbruck gegangen.
So blieb es am Ende beim 2:2-Unentschieden. Ein Remis, das keiner der beiden Mannschaften in der Tabelle weiterhilft. Wacker bleibt weiterhin Siebenter, die Austria auf Rang zwei.
Kogler ärgert sich über Schiedsrichter
„Das Spiel war sehr unterhaltsam für die Zuschauer, aber was die Herren in Schwarz heute aufgeführt haben, hat mit Professionalität nichts zu tun“, ärgerte sich Walter Kogler nach dem Spiel. „Der Elfmeter gegen uns war ein Witz und beim Foul an Hackmair gibt der Schiedsrichter keinen Strafstoß - das ist sehr ärgerlich.“ Warum er mit einem 100-Euro-Schein wedelte? „„Ich wollte damit meinen Ärger darüber ausdrücken, dass der Schiedsrichter für so eine Leistung auch noch bezahlt wird. Am wenigsten Druck hat der Schiedsrichter, für den ist es ein Hobby, das bezahlt wird, und morgen geht er wieder seinem Beruf nach. Dementsprechend hat er auch gepfiffen.“
Koglers Gegenüber Karl Daxbacher konnte nur beipflichten: „Unser Elfmeter war eine Fehlentscheidung - und wenn Innsbruck einen bekommt, können wir uns nicht beschweren.“ (tt.com)
Austria Wien - FC Wacker Innsbruck 2:2 (0:2)
Tore: Liendl (54.), Junuzovic (93.) bzw. Hackmair (14.), Schütz (30.)
Wacker: Safar; Bergmann, Dakovic, Kofler, Hauser; Abraham; Schütz (59. Perstaller), Hachmair, Schreter (59. Ildiz), Wernitznig (83. Bilgen); Burgic