Millionen Tonnen Abfall: Bangkok versinkt wegen Flut nun im Müll
Während Hochwasser in Thailand immer weiter auf die Innenstadt von Bangkok vorrückt, droht nun auch ein Müllchaos. Viele Straßen sind zu schwimmenden Müllkippen geworden.
Bangkok - Neben den Problemen mit dem Hochwasser steht die thailändische Hauptstadt Bangkok vor einem riesigen Müllhaufen. Nach Schätzungen warten auf die Müllabfuhr bis zu vier Millionen Tonnen Abfall, die in den vergangenen Tagen wegen des Hochwassers nicht abtransportiert werden konnten. Die Umweltbehörden empfahlen den Bewohnern nach Angaben der Zeitung „The Nation“ vom Montag, ihre Abfälle bis zum Abfließen des Hochwassers an trockenen Stellen aufzubewahren. Die Fluten mischen sich außerdem mit schmutzigem Wasser aus überlaufenden Abflussrohren und Kanälen. Fäkalien und Tierkadaver schaukeln in der Brühe.
Größere Krankheitsausbrüche wurden bisher nicht gemeldet, seitdem das Hochwasser Ende Juli nördlich der Hauptstadt begann. Experten warnen aber davor, dass die größten Gefahren für die Gesundheit in den kommenden Wochen bevorstehen, wenn sich das fließende Wasser zurückzieht und abgestandene Reste zurückbleiben. „Darin bestehen viele Gefahren“, sagte ein Sprecher des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, der Hygienefachmann Mark Thomas. „Man muss Kinder aus dem Wasser fernhalten, und jeder sollte dem Wasser so weit wie möglich aus dem Weg gehen.“
Bewohner müssen Notdurft im Freien verrichten
Zu befürchten sind dann vor allem von Moskitos übertragene Krankheiten wie Dengue-Fieber, außerdem Augeninfektionen, Durchfall und Dehydration. Bisher sind hauptsächlich Hauterkrankungen und Pilzinfektionen aufgetreten. Fast 100.000 Fälle von Fußpilz wurden bereits gemeldet. Auch Durchfall und Atemwegserkrankungen sind verbreitet, vor allem in den oft überfüllten und überhitzten Notunterkünften, in denen es weder sauberes Wasser noch Strom gibt.
Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe mussten etwa 110.000 Menschen ihre Häuser verlassen und fast 450 kamen ums Leben. Am Donnerstag erklärte der Gouverneur von Bangkok den westlichen Bezirk Ban Khae zum Evakuierungsgebiet. Damit wurden nun bereits die Bewohner von acht der insgesamt 50 Bezirke der Stadt aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen.
In vielen der unter Wasser stehenden Häuser gibt es kein fließendes Wasser und keine Toiletten mehr, sodass sich die Bewohner im Freien waschen und ihre Notdurft verrichten müssen. „Wir wissen alle, dass die Gefahr da ist», sagte die Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Thailand, Maureen Birmingham. «Die Menschen bekommen Wasser in den Mund, das mit Fäkalien verseucht ist und allen Krankheiten, die sich daraus ergeben können - das ist vermutlich die größte Sorge.“ (AP/APA/dpa)