Weiter Unwetter in Italien: Leichen in Südfrankreich angeschwemmt
Mindestens 16 Tote, zerstörte Autos, schlammige Straßen: Unwetter richten vor allem in Norditalien viel Schaden an. Leichen schwemmen vermutlich übers Mittelmeer bis nach Südfrankreich.
Genua, Neapel - Bei den schweren Unwettern in Italien sind in den vergangenen zwei Wochen mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen - und ein Ende des Regens ist nicht vor Ende der Woche zu erwarten. Besonders betroffen sind die Regionen Ligurien und Toskana. Auch in Frankreich herrschen Unwetter: Im Süden des Landes ertrank ein 51 Jahre alter Deutscher im Fluss Herault, den starker Regen anschwellen ließ.
Auch die Leichen von vermutlich drei in Italien vermissten Opfern wurden in Südfrankreich gefunden: An der Côte d‘Azur schwemmte ein starker Ostwind innerhalb von drei Tagen drei Männer-Leichen an. Obwohl es keine Anzeichen von Gewaltanwendung gab, wurde eine Obduktion angeordnet.
Die Wettervorhersagen für Italien bleiben schlecht: Nach letzten Angaben der Meteorologen ist eine Besserung des Wetters nicht vor Donnerstag zu erwarten.
Während der Unwetter-Alarm von Ligurien nach Nordwesten in die Region Piemont verschoben wurde, herrschte zunehmender Regen-Alarm auch in der Po-Ebene. Der große Fluss stieg am Sonntagnachmittag nach Angaben des Landwirtschaftsverbands Coldiretti bei Piacenza auf über 5,40 Meter an.
Angst auch im Süden, Toter in Neapel
In Süditalien dagegen versetzten starke Regenfälle die Behörden vor allem in Kampanien in Sorge. Besonders betroffen sei bisher die Gegend rund um den Vesuv bei Neapel.
Ein 64-jähriger Italiener starb in Pozzuoli bei Neapel unter einem entwurzelten Baum, der auf sein Auto stürzte. Wegen sintflutartiger Regenfälle musste zudem das Serie-A-Spiel zwischen dem SSC Neapel und Juventus Turin verschoben werden. Erst am Freitagabend hatte das Match CFC Genua gegen Inter Mailand wegen des Unwetters in Ligurien abgesagt werden müssen.
In der Gegend von Alessandria im Piemont im Norden wurden am Sonntag mehr als 500 Menschen in Sicherheit gebracht, wie der Zivilschutz mitteilte. Schon am Vortag waren Dutzende Menschen im Piemont wegen Erdrutschgefahr in Sicherheit gebracht worden. Die Verwaltung der Regionalhauptstadt Turin ordnete an, die Schulen und die Universität am Montag geschlossen zu lassen. In Ligurien stieg die Zahl der Leute, die in Sicherheit gebracht wurden, auf insgesamt 1350.
In der ligurischen Hafenstadt Genua hatte der Regen am Freitag vier Frauen und zwei Kinder in den Tod gerissen. Starkregen ließ den Fluss Bisagno über die Ufer treten, woraufhin eine Flutwelle durch eine Straße raste.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt auf. In der Kritik steht eine Entscheidung der Behörden, am Freitag trotz der vom Zivilschutz ausgegebenen höchsten Unwetterwarnung die Schulen geöffnet zu haben.
Erst vor knapp zwei Wochen hatten kräftige Unwetter in der Touristenregion der Cinque Terre in Ligurien und in der Toskana erhebliche Schäden angerichtet. Zehn Tote wurden bisher geborgen.
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