Weltpolitik

IAEA-Bericht soll Hinweise auf iranische Atombombe liefern

Das israelische Säbelrasseln wird vor der Veröffentlichung des Berichts der Atomenergiebehörde immer lauter.

Wien – Die Debatte in Israel über einen Angriff auf iranische Atomanlagen hat das Atomprogramm des Landes wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Weitere Aufschlüsse dürften diese Woche von der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) kommen. Am Dienstag oder Mittwoch will die IAEO ihren neuesten und bisher detailliertesten Bericht über den Iran an ihre 35 Mitgliedsstaaten übermitteln.

Westliche Staaten erwarten, dass der Bericht Hinweise auf die Arbeit des Irans an Atomwaffen enthält. Die Westmächte hatten zuletzt eine beängstigende Entwicklung des Atomprogramms ausgemacht. Die USA, die EU und der UNO-Sicherheitsrat würden darauf dringen die Sanktionen gegen den Golfstaat auszuweiten, sagen Experten.

Auch Frankreich plädiert für eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran. Gegenwehr dürfte jedoch von Russland und China kommen. Die beiden Länder fürchten, dass durch den Bericht jegliche Chance auf eine diplomatische Lösung des Konflikts zunichte gemacht wird.

Peres: Militärschlag immer wahrscheinlicher

In den vergangenen Tagen hatte Israels Präsident Shimon Peres die Diskussion über einen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm weiter angeheizt. Ein militärischer Schlag sei derzeit wahrscheinlicher als eine diplomatische Lösung, sagte Peres der Zeitung „Israel Hajom“ am Sonntag. Frankreich warnte vor den dramatischen Folgen eines solchen Schritts. Militäraktionen könnten zu einer „völlig destabilisierenden Lage in der Region“ führen.

Israel drängt seit langem darauf, dass Sanktionen ausgeweitet werden müssen. Indem Jerusalem nun vorgibt, konkrete Pläne für einen Angriff zu haben, könnte es seiner Forderung nach Sanktionen Nachdruck verleihen. Deshalb könnte trotz allem zur Schau gestellten Aktionismus die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs nicht unbedingt steigen, sagen israelische Beobachter.

Wie mit dem Bericht vertraute Personen sagten, wird das Dokument Informationen enthalten, dass der Iran unter anderem einen großen Stahlcontainer gebaut habe, um darin Sprengstoffe zu testen, die bei Atombomben zum Einsatz kämen. Zudem soll er weitere Hinweise enthalten, dass der Iran Programme zur Anreicherung von Uran und zum Umbau von Flugkörpern unterhält. Es gebe auch Studien der Islamischen Republik über die Entwicklung eines Zünders für Atombomben und Computermodelle solcher Bomben.

Russe verhalf Iran angeblich zu Atomwaffen

Die „Washington Post“ berichtet unter Berufung auf nicht namentlich genannte westliche Diplomaten und Atomexperten, dass die iranische Regierung mit ausländischer Unterstützung die entscheidenden Schritte zum Bau einer Atomwaffe genommen habe. Der frühere sowjetische Atomwissenschaftler Wjatscheslaw Danilenko habe dem Iran dabei mindestens fünf Jahre lang entscheidend geholfen.

Der Iran weist alle Vorwürfe, er würde sein Atomprogramm für militärische Zwecke nutzen, zurück. Außenminister Ali Akbar Salehi tat dies auch am Samstag. Von der Veröffentlichung des Berichts habe er nichts zu befürchten. „Sie sagen, sie würden neue Dokumente veröffentlichen. Wir kennen die Wahrheit.“ Schließlich stünde die IAEO unter dem Druck ausländischer Mächte. (APA/Reuters)