Kein Sieger zwischen Austria und Wacker, aber ein Verlierer

Schiedsrichter Ouschan steht nach dem 2:2 im Kreuzfeuer der Kritik: „Indiskutable Leistung, zum Schämen“, polterte Kogler über den Referee.

Wien – Der Abschuss der 14. Runde in der Fußball-Bundesliga hat am frühen Sonntagabend zwischen Austria Wien und Wacker Innsbruck (2:2) keinen Sieger, aber einen Verlierer gebracht. Dieser hieß Dominik Ouschan. Der Schiedsrichter war speziell nach der Pause völlig überfordert und brachte unnötige Hektik und Turbulenz ins Spiel. Am Ende schossen sich sowohl die Hausherren, als auch vor allem die Gäste auf den Vorarlberger ein.

Kogler winkt mit Geldschein

„Dieses Spiel war ganz schwer zu gewinnen, weil der Schiedsrichter eingegriffen und es stark beeinflusst hat“, schimpfte der frustrierte Wacker-Coach Walter Kogler, der bei 2:1-Führung seiner Elf in der 91. Minute vor einem ungerechtfertigten Hand-Elfer, mit dem Nacer Barazite an dem Ex-Austrianer Szabolcs Safar scheiterte, auf die Tribüne verbannt worden war. Kogler hatte mit einem Geldschein in der Hand die Entscheidung gestikulierend und auch lautstark kritisiert.

Er, Kogler, habe dem Schiedsrichter nur gesagt, dass seine Leistung zum Schämen sei. Dafür hatte Ouschan seinen Kritiker in den Zuschauerraum geschickt. Ouschan war vom vierten Mann via Headset gerufen worden und hatte Barazite deshalb beim Anlauf zum Elfer zurückgepfiffen. Das Kommunikationsgerät und der vierte Mann sind für den Wacker-Trainer zu „streichen“. „Es verwirrt mehr als es hilft“, begründete Kogler.

Headset wird kritisiert

Sein gegnerischer Kollege, Karl Daxbacher, steht dem elektronischen Hilfsmittel ebenfalls ablehnend gegenüber. „Es stört Schiedsrichter, das permanente Reden beeinflusst ihre Konzentration“, sagte der Austria-Trainer, der zum angeblichen Handvergehen ebenfalls klar Stellung nahm: „Das war nie und nimmer Elfer, da gibt es keine zweite Meinung“, erklärte Daxbacher. Austria-Vorstand Markus Kraetschmer bezeichnete die Leistung Ouschans als „indiskutabel“.

Kogler ärgerte das „Rundherum“, seine Mannen, die 2:0 geführt hatten und einen Foulelfer von Ortlechner an Hackmair reklamierten, lobte er: „Es tut mir leid für meine Burschen. In der ersten Hälfte waren wir, in der zweiten die Austrianer stärker. Mit der Leistung bin ich zufrieden, jedoch nicht mit dem Resultat. Es war ein gutes, ereignisreiches Spiel“, resümierte der Kärntner, für den das Remis bitter ist, weil das Spiel zu gewinnen gewesen wäre.

„Für Schiri ein besser bezahltes Hobby“

Ouschan hatte ihm jedoch den Abend in Favoriten gehörig verdorben. „Das Problem ist, er geht morgen ganz normal arbeiten und verdient sich sein Geld, für ihn ist Schiedsrichtersein nur ein besser bezahltes Hobby. Aber wir, ein ganzer Verein, leben davon“, wetterte Kogler vor der sechseinhalbstündigen Heimreise mit dem Autobus. Peter Hackmair, der sein erstes Tor seit dem 1:0-Sieg als Ried-Spieler am 8. August 2010 in Wien gegen Austria erzielt hatte, empfand alles „wie einen schlechten Film“.

„Wir haben wieder zwei Punkte verloren, müssen uns aber selbst an der Nase nehmen. Hätten wir unsere Konter mit mehr Druck abgeschlossen, hätten wir die Partie früher entschieden“, sagte der Mittelfeldspieler, der die Attacke von Manuel Ortlechner an ihm nach der Pause im Strafraum als klaren Elfer einstufte. Wer weiß, was noch gewesen wäre, hätte Safar, der in dieser Saison zum zweiten Elfer-Killer nach Bullen-Goalie Eddie Gustafsson avancierte, den Barazite-Penalty nicht gehalten?

Daxbacher meinte zur Ortlechner-Attacke an Hackmaier: „Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn es Elfer gegeben hätte“. Im 58-Jährigen hat sich in den 90 Minuten anderer Ärger aufgetan. „Trotz aller Warnungen von mir glaubt die Mannschaft, es fällt ihr irgendetwas in den Schoß. Dass wir in der Liga nicht wie im Europacup 100 Prozent geben, sondern 99 oder weniger, passiert jetzt schon öfter. Wir müssen uns alles hart erarbeiten“, kritisierte der Austria-Trainer.

Immer wenn das Wasser bis zum Hals stehe, gehe ein Ruck durch die Mannschaft, versuche sie alles. „Die fehlenden Punkte könnten in der Endabrechnung wehtun“, glaubt Daxbacher. Auch Ortlechner ging das Resultat gegen den Strich. „Ich kann es mir nicht erklären, an der Müdigkeit kann es nicht gelegen sein. Uns gehört jedes Mal so ein Tritt in den Hintern. Wir müssen immer so spielen, als würden wir 0:2 hinten sein“, sagte der Innenverteidiger. Die zweitplatzierten Violetten sind nun schon vier Runden sieglos und müssen am kommenden Wochenende zum mit vier Zählern Vorsprung führenden Aufsteiger FC Admira. (APA)