Standort Tirol

Bauern steigerten Milchabsatz durch „Bewusst Tirol“ um 20 Prozent

Mit der Aktion in der Maria-Theresien-Straße macht der "Verein gegen Tierfabriken" auf die Situation der Milchwirtschaft in Österreich aufmerksam.
© Verein Gegen Tierfabriken

129 Gastronomiebetriebe beteiligten sich an der Regionalaktion „Bewusst Tirol“. So konnten über drei Millionen Liter Milch verkauft werden.

Innsbruck - Über drei Millionen Liter Milch haben die Tiroler Bauern im vergangenen Jahr an Gastronomiebetriebe und Hotels durch die kurz zuvor ins Leben gerufene Regionalaktion „Bewusst Tirol“ verkauft. Dies entspreche im Schnitt einer 20-prozentigen Steigerung gegenüber den Jahren zuvor. Das erklärte Agrarmarketing-Geschäftsführer Wendelin Juen am Montagabend am Rande einer Veranstaltung, bei der die 129 an dem Projekt beteiligten Betriebe durch das Land prämiert wurden.

37 Tiroler Gastrogroßhändler unterstützen derzeit laut dem Geschäftsführer aktiv den Absatz der Milchprodukte. „Die Großhändler listen verstärkt Tiroler Produkte. Ohne die Zusammenarbeit mit ihnen wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, meinte Juen. 80 Prozent der Produkte würden über den Großhandel verkauft und 20 Prozent über Direktvermarkter. „Bewusst Tirol“ habe jedenfalls ein großes Potenzial, schließlich produziere ein durchschnittlicher Tiroler Milchbauer mit neun Kühen rund 55.000 Liter Milch im Jahr, sagte der Agrarexperte.

Für die nächsten Jahre habe man sich das Ziel gesetzt, möglichst viele weitere der insgesamt 2.500 Gastronomiebetriebe für die Initiative zu gewinnen. Außerdem wolle man auch andere Produkte bei „Bewusst Tirol“ aufnehmen. „Wir überlegen für die Zukunft, saisonale Schwerpunkte zu schaffen wie etwa ein Kalbfleisch für das Frühjahr oder ein Schaffleisch für den Herbst“, kündigte Juen an. Zuvor müsse man aber in diesem Bereich einerseits noch verstärkt in die Infrastruktur und Logistik der bäuerlichen Betriebe investieren und andererseits beim Großhandel „ansetzen“. „Denn was auf den Speisekarten an Regionalität zugenommen hat, hat im Absatz des Großhandels abgenommen. Diese Schere gilt es zu schließen“, erklärte der Agrarmarketing-Geschäftsführer. (APA)