Regierungsbildung in Athen

Papademos knüpft Zusage an eine Reihe von Bedingungen

Der ehemalige EZB-Vizepräsident Lucas Papademos gilt als Favorit für das Amt des Premiers.

Athen - Die mit Spannung erwartete Bekanntgabe eines neuen griechischen Ministerpräsidenten hat sich am Dienstag weiter hingezogen. Der scheidende Ministerpräsident Giorgos Papandreou forderte seine Minister einem TV-Bericht zufolge zum Rücktritt auf, um damit die Bildung der Übergangsregierung zu erleichtern. Als Favorit für seine Nachfolge wurde weiterhin der ehemalige EZB-Vizepräsident Lucas Papademos gehandelt.

Dem Bericht des Fernsehsenders NET zufolge bat Papandreou die Minister, ihn bei der weiteren Vorgehensweise zu unterstützen, indem sie ihren Rücktritt erklärten. Danach wolle er bei Staatspräsident Karolos Papoulias sein eigenes Rücktrittsgesuch einreichen, berichtete der Sender.

Bei einem anschließenden Treffen aller Parteien soll demzufolge weiter über die Bildung der neuen Regierung verhandelt werden. Anschließend dürfte der neue Regierungschef feststehen. Eine offizielle Bestätigung für die Informationen des Senders gab es zunächst nicht.

Papademos stellt Bedingungen

Als Favorit für die Nachfolge Papandreous galt am Dienstag weiterhin Papademos, der von 2002 bis 2010 stellvertretender Chef der Europäischen Zentralbank war. Nach Informationen des Senders NET soll Papademos sein Ja zum unpopulären Posten des Chefs einer Übergangsregierung aber an eine Reihe von Bedingungen geknüpft haben: Unter anderem habe er ein reines Kabinett aus Experten abgelehnt und eine längere Amtszeit für die neue Regierung gefordert. Der Zeitung „Ta Nea“ zufolge soll er zudem verlangt haben, auch an der Spitze des Finanzministeriums zu stehen.

Die griechischen Medien hatten am Montagabend allerdings auch zwei neue Kandidaten ins Gespräch gebracht - den Vertreter Griechenlands beim Internationalen Währungsfonds (IWF), Panagiotis Roumeliotis, sowie EU-Ombudsmann Nikiforos Diamantouros. Nach Informationen der Zeitung „Kathimerini“ gilt dennoch Papademos als wahrscheinlichster Kandidat.

Damit die im Gegenzug für internationale Finanzhilfe vereinbarten Spar- und Reformziele von Griechenland weiter verfolgt werden, forderten die Euro-Länder von der neuen Regierung und den Chefs der beiden großen Parteien am Montag eine schriftliche Bestätigung, dass sie den vereinbarten Weg weitergehen. (APA/AFP)