Vermeintliche Mieterin bringt Kufsteinerin um mehr als 4600 Euro
Die „Nigeria Connection“ dürfte hinter dem Betrug stecken. Die Tirolerin bleibt auf dem Schaden sitzen.
Kufstein – Sie sei auf der Suche nach einem Zimmer in Kufstein ab Anfang Oktober und wolle sich bei ihr einmieten: Unter diesem Vorwand meldete sich eine Britin Mitte Juni bei einer Kufsteinerin. Über mehrere Wochen hatte die Unterländerin dann E-Mail-Kontakt mit ihrer vermeintlichen Mieterin. Die Britin gewann das Vertrauen der 39-Jährigen und schickte ihr schließlich einen Scheck über 5000 Britische Pfund (zum damaligen Zeitpunkt umgerechnet 5625,71 Euro).
Die Kufsteinerin brachte den Scheck zu ihrer Bank, zwei Tage später wurde ihr das Geld auf ihrem Konto gutgeschrieben. Wie vereinbart behielt sie 1000 Euro als Anzahlung auf die Wohnung plus Spesen. Den Rest des Geldes schickte sie mit zwei Schecks an die angebliche Mieterin und eine weitere Frau zurück nach London. Diese wurden eingelöst, das Geld vom Konto der Tirolerin abgebucht.
Coups der „Nigeria Connection“
Alles schien seine Richtigkeit zu haben. Doch dann die böse Überraschung: Der Scheck aus Großbritannien war nicht gedeckt. Er schien bei der Bank als gestohlen auf. Der Schaden von 4625,70 Euro, der der 39-Jährigen dadurch entstand, ist von keiner Versicherung gedeckt.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei dürfte es sich bei dem angegebenen Namen der Betrügerin um ein Alias bzw. einen Decknamen handeln. Die Daten konnten bisher noch nicht überprüft werden.
Die IP-Adressen der originalen E-Mails wurden ausgelesen. Sie führen zu einem Provider in Nigeria. Deshalb geht die Polizei davon aus, dass der Betrug auf das Konto der so genannten „Nigeria Connection“ geht. Die Geldbehebungen in London dürften von Mitgliedern der Bande getätigt worden sein. (tt.com)