Rhinozeros-Horn aus dem Wiener Dorotheum gestohlen
Auf ein Rhinozeros-Hörner hatten es zwei Diebe am Montag in Wien abgesehen. Das gestohlene Exponat hätte am Montag versteigert werden sollen.
Wien – Auf Rhinozeros-Hörner hatten es zwei Diebe am Montag in Wien abgesehen. Diese hätten gestern, Montag, bei der Auktion „Historische wissenschaftliche Instrumente und Globen“ um 16.00 Uhr im Auktionshaus Dorotheum versteigert werden sollen. Am Vormittag ließen sich zwei angebliche Kunden Versteigerungsobjekte aus der Vitrine vorführen. Zur Überraschung der Anwesenden schnappten sich die Männer zwei Hörner und rannten davon.
Um 11.40 Uhr ließen sich die Diebe die beiden Hörner zeigen. Das Aufsichtspersonal sperrte eine Vitrine auf und übergab die Trophäen den beiden Englisch sprechenden Männern, die daraufhin die Flucht ergriffen. Sie rannten die Treppen vom ersten Stock runter und weiter in Richtung Ausgang. Eine Dieb verlor bei der Flucht das Horn, es rutschte ihm noch auf den Stufen aus der Hand, er floh ohne seine Beute. Der „erfolgreichere“ Dieb flüchtete mit dem auffälligen Horn in Richtung Graben. Angestellte und Kunden des Auktionshauses sowie Passanten verfolgten den Mann, verloren ihn jedoch nach kurzer Zeit aus den Augen. Die Sofortfahndung der Polizei verlief negativ.
Das gestohlene Horn mit der Rufnummer 246 stammt aus Südsudan Ende der 1930er-Jahre. Es ist 89 Zentimeter lang, 80 Zentimeter hoch und 5,68 Kilogramm schwer. Der Schätzpreis lag bei 35.000 Euro. Bei der Versteigerung wurde ein Erlös von bis zu 70.000 Euro erwartet. Diesen Preis erzielte die Trophäe bereits vor einem Jahr. „Die damalige Auktion des Horns ist jedoch storniert worden“, sagte die Dorotheum-Sprecherin Doris Krumpl. Daher hätte es am Montag erneut versteigert werden sollen.
Mehr als 360 Exponate - von einem Zahn eines Narwales aus dem 19. Jahrhundert über eine drehbare Sternenscheibe bis hin zum Brieföffner aus dem Horn eines Nashornes - sind am Montag im Dorotheum versteigert worden. Zu den begehrtesten Objekten zählten die Hörner von Nashörnern. Die Trophäe eines Spitzmaul-Rhinozeros mit doppeltem Horn, wofür der Schätzpreis zwischen 30.000 und 40.000 Euro lag, war einem Käufer sogar 85.700 Euro wert.
Dieser Diebstahl ist laut der Unternehmenssprecherin einmalig in der Geschichte des Auktionshauses. „Uns ist nichts Vergleichbares bekannten“, erläuterte Krumpl. Das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Zentrum Ost (Gruppe Urbanz) hat die Ermittlungen übernommen. (APA)