Innenpolitik

3.500 Tote in Syrien - Militärs stürmen Hama

Die syrische Bevölkerung hat seit Beginn der Proteste gegen die Regierung einen hohen Blutzoll gezahlt. Das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen bezifferte die Zahl der Toten in den vergangenen acht Monaten am Dienstag auf mehr als 3.500. Das Militär setzte seine Offensive gegen Oppositionelle unterdessen fort.

Nach der Hochburg der Regimegegner Homs nahm das Militär Angaben von Aktivisten zufolge die Stadt Hama unter Beschuss. Als die Streitkräfte die Stadt stürmten, seien drei Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden, hieß es.

Ein Oppositioneller sagte der Nachrichtenagentur dpa im Libanon, Schlägertrupps des Regimes gingen von Haus zu Haus und verhafteten Menschen. Der Strom sei ausgeschaltet, Telefon und Internet funktionierten nicht mehr. Auch acht Soldaten wurden Menschenrechtlern zufolge in der Provinz Idlib vermutlich von Deserteuren aus der syrischen Armee getötet. Aufgrund der Medienblockade lassen sich Berichte aus Syrien oft nicht überprüfen.

Der Nationalrat der syrischen Opposition rief zu einem Generalstreik am Donnerstag auf, um gegen das brutale Vorgehen der Regierung zu protestieren und die Arabische Liga zu drängen, sich stärker für den Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen.

Die am vergangenen Mittwoch beschlossene Initiative der Arabischen Liga sah vor, dass Syrien innerhalb einer Frist von zwei Wochen das Militär aus den Städten abzieht. Das Blutvergießen ging aber weiter. Die Organisation kommt deshalb am Samstag zu einer Krisensitzung in Kairo zusammen.