Wirtschaftspolitik

OPEC sieht Ölpreis und Verbrauch deutlich steigen

Der Ölpreis wird nach Ansicht der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) in diesem Jahrzehnt höher sein als noch im Vorjahr angenommen und in den nächsten Jahrzehnten noch kräftiger zulegen. Im neuen „World Oil Outlook“ von Dienstag geht die OPEC für die laufende Dekade von einem Rohölpreis von 85 bis 95 Dollar pro Fass aus, voriges Jahr ging man von 70 bis 85 Dollar aus.

Bis 2035 könnte der Ölpreis auf 133 Dollar/Barrel klettern, nimmt die OPEC jetzt an, 2010 vermutete sie einen Anstieg auf 106 Dollar bis 2030. Trotz der aktuellen Konjunkturschwäche und der Euro-Schuldenkrise rechnet die OPEC zudem für die nächsten Jahre mit einem etwas stärkeren Zuwachs des Ölverbrauchs als noch im Vorjahr. Für 2015 geht sie nun von weltweit durchschnittlich 92,9 Mio. Fass pro Tag (mb/d) an Bedarf aus, nach im Schnitt 86,8 mb/d im Jahr 2010. In ihrem vorigen Welt-Öl-Ausblick hatte die OPEC nur 91 mb/d für 2015 erwartet.

Bis 2035 dürfte die Welt-Ölnachfrage auf 109,7 Mio. Fass im Tagesschnitt anwachsen. Das wäre dann um 26 Prozent mehr als im Jahr 2010 verbraucht wurden bzw. ein Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem für 2015 angenommenen Verbrauch. Für das Jahr 2020 lautet die Schätzung der OPEC auf 97,8 mb/d täglicher Nachfrage.

Vor allem in den Schwellenländern wird der Ölverbrauch weiter rasant steigen, während er in den Industriestaaten - weiterhin - leicht sinkt. Für die Schwellenländer geht die OPEC von einem Anstieg des täglichen Bedarfs von 35,9 auf 61,9 Mio. Fass zwischen 2010 und 2035 aus, für den OECD-Raum erwartet sie einen leichten Rückgang von 46,1 auf 41,9 mb/d.