Land Südtirol akzeptierte Rücktritt von SEL-AG-Präsident Stocker

Formalisiert werden müsse dieses Niederlegen des Mandats allerdings in einer Gesellschafterversammlung der SEL, teilte Landeshauptmannstellvertreter Hans Berger mit.

Bozen – In der Rücktrittsserie der Führungsspitze beim Südtiroler Landesenergieversorger „SEL AG“ hat die Landesregierung in einer Dienstagnachmittag einberufenen Dringlichkeitssitzung die Amtsniederlegung von Präsident Klaus Stocker angenommen. Formalisiert werden müsse dieses Niederlegen des Mandats allerdings in einer Gesellschafterversammlung der SEL, teilte Landeshauptmannstellvertreter Hans Berger (SVP) in einer Aussendung am Abend mit.

„Wir haben nun sofort reagiert“, begründete Berger die Dringlichkeitssitzung in Absprache mit Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP), der auf dem Weg nach Brüssel war. Die schnelle Entscheidung habe man herbeigeführt, nachdem das Bild der Lage sich seit der Sitzung am Montag grundlegend geändert habe. Das Rücktrittsangebot vonseiten des Verwaltungsratvorsitzenden Franz Pircher habe sich während der Beratung erledigt. Dieser sei selbst von seinem Amt als Präsident zurückgetreten, sagte Berger.

Am Montag hatte sich der in den vergangenen Wochen wegen angeblicher privater Energiegeschäfte kritisierte Generaldirektor der SEL AG, Maximilian Rainer, von seiner Funktion beurlauben lassen. Auch Stocker hatte sein Mandat zur Verfügung gestellt.

Er habe den Verwaltungsrat um Gewährung des unbezahlten Urlaubes für die Dauer von drei Monaten ersucht, schrieb Rainer in einer Aussendung. Er hoffe, dass bis dahin die laufenden Ermittlungen abgeschlossen sein werden. Rainer begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, in der aktuellen öffentlichen Diskussion, Druck von der SEL AG zu nehmen.

Die SEL AG gehört zu über 90 Prozent dem Land Südtirol. Rainer soll laut Medienberichten bei lokalen Energiebetreibern bzw. Kraftwerksbetreibern Miteigentümer sein. Er selbst bestritt dies bisher. (APA)