Choleraopfer in Haiti fordern Entschädigung von der UNO
Sie werfen der Weltorganisation vor, dass die Krankheit durch UN-Soldaten eingeschleppt worden sei, wie das Justizministerium des Landes am Dienstag mitteilte.
New York – Eine Entschädigung in Höhe von mehreren Millionen Dollar fordern Choleraopfer in Haiti von den Vereinten Nationen. Sie werfen der Weltorganisation vor, dass die Krankheit durch UN-Soldaten eingeschleppt worden sei, wie das Justizministerium des Landes am Dienstag mitteilte. Die Forderung werde von mehr als 5.000 Opfern der Krankheit erhoben.
Die Vereinten Nationen hätten eine sorgfältige Untersuchung ihrer Soldaten versäumt, verlautete aus dem Justizministerium, das die Kläger unterstützen will. Zudem hätten die Einheiten Abfälle und Fäkalien einfach in den Arbonite-Fluss gekippt, was zum Ausbruch der Krankheit geführt habe.
An der Cholera sind in Haiti seit Oktober 2010 mehr als 475.000 Menschen erkrankt, etwa 6.600 starben. Jeden Tag kommen nach Angaben der Behörden etwa fünf Tote hinzu. Die UN-Soldaten hatten nach dem verheerenden Erdbeben geholfen, bei dem im Jänner vergangenen Jahres mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen waren. (APA/dpa)