Weltpolitik

Die skandalträchtigsten Äußerungen von Silvio Berlusconi

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat immer wieder mit verbalen Ausrutschern für Aufsehen gesorgt. Hier ein kleiner Ausschnitt seiner Entgleisungen.

Rom - Über die Hautfarbe von US-Präsident Barack Obama ließ sich Berlusconi nicht nur einmal aus. Gleich nach dessen Wahl 2008 bezeichnete er ihn als „jung, gutaussehend und (...) sogar gut gebräunt“. Im Jahr darauf legte er noch einmal nach und sagte nach der Rückkehr von einem G-20-Gipfel in den USA, er überbringe Grüße aus den Vereinigten Staaten: „Wie ist gleich sein Name? So ein gebräunter Typ, ah, Barack Obama.“ Dann fuhr er fort: „Sie werden es nicht glauben, aber zwei von ihnen sind zum Strand gegangen, weil die Frau auch gebräunt ist.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll er, wie die Münchener „Abendzeitung“ kürzlich unter Berufung auf einen Bericht der italienischen Zeitung „Il Fatto Quotidiano“ meldete, in einem Telefongespräch als „culona inchiavabile« beschrieben haben - zurückhaltend übersetzt so viel wie „unpackbarer Hintern“.

Anfang September wurde berichtet, Berlusconi habe in einem abgehörten Telefonat mit dem Herausgeber einer italienischen Zeitung über sein Heimatland geschimpft. Der Nachrichtenagentur ANSA zufolge sagte er: „In ein paar Monaten verschwinde ich aus diesem Scheißland (Italien), von dem mir schlecht wird.“

Im selben Monat wurden Mitschriften aus abgehörten Telefonaten im Rahmen von Ermittlungen gegen den Geschäftsmann Gianpaolo Tarantini veröffentlicht, der Frauen für Sex mit Berlusconi bezahlt haben soll. Den Mitschriften zufolge prahlte der 75-Jährige damit, in einer Nacht „nur mit acht Frauen“ geschlafen zu haben, als elf vor seiner Zimmertür Schlange gestanden hätten. Laut „La Repubblica“ sagte Berlusconi Anfang 2009 zu Tarantini über die fragliche Nacht: „Ich habe es nur mit acht (von elf Frauen) getrieben, weil ich nicht mehr konnte. (...) Du kannst es nicht mit allen treiben.“

Im Januar dieses Jahres schaltete sich Berlusconi telefonisch live in eine Fernsehshow über seinen mutmaßlichen Prostitutionsskandal ein, beschimpfte den Moderator und verglich die Sendung mit einem Bordell. Hörbar aufgebracht bezeichnete er die Sendung als „ekelhaft“ und forderte einen politischen Verbündeten unter den Diskussionsteilnehmern auf, „diesen unglaublichen Fernseh-Puff“ zu verlassen. (dapd)