Wittgenstein-Memorial zum 60. Todestag des Philosophen
Philosophen und Physiker, darunter Anton Zeilinger und Herbert Pietschmann, beschäftigen sich mit Wittgenstein und seiner Arbeit.
Wien – Anlässlich seines 60. Todestags gedenkt die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) heute, Mittwoch, mit einem Symposium in Wien des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Philosophen und Physiker, darunter Anton Zeilinger und Herbert Pietschmann, beschäftigen sich mit Wittgenstein und seiner Arbeit.
Wittgenstein starb am 29. April 1951 in Cambridge (Großbritannien) 62-jährig. Für viele gilt er als eines der größtes Genies des 20. Jahrhunderts, das radikal und unerbittlich über das zeitgenössische Denken hinweggefegt ist und bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik und der Sprache lieferte. In seinem ersten, zugleich einzigen zu Lebzeiten veröffentlichten Hauptwerk, dem „Tractatus Logico-Philosophicus“ stehen „Wesen, Form und Wahrheit des Satzes“ im Zentrum.
Wittgensteins Welterklärung gleich im ersten Satz des „Tractatus“ („Die Welt ist alles, was der Fall ist“) hat der Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger schon in seinem Buch „Einsteins Schleier“ kritisch gesehen. Zeilinger nennt dies im Gespräch mit der APA ein „naives Weltbild“ eines „typischen Philosophen der klassischen Physik“. Im Lichte der Quantenphysik, mit der sich Wittgenstein nie beschäftigt habe, hat Zeilinger deshalb in seinem Buch auch vorgeschlagen, diesen Satz neu zu schreiben: „Die Welt ist alles was der Fall ist und was der Fall sein kann“. (APA)