Test

Schwache Noten für „Fünf-Sterne“-Autos bei neuer Crashtest-Serie

Was passiert, wenn ein Fahrzeug gegen Beton fährt, testen normale Crashtests. Bei realitätsnäheren Versuchsanordnungen schneiden aber selbst Autos mit Bestnoten beim „normalen“ Crashtest überraschend schlecht ab.

Wien – Je weniger die Situation dem Labor ähnelt und umso mehr sie dem tagtäglichen Unfallgeschehen auf den Straßen gleicht, desto schlechter werden die Ergebnisse von Autos bei Crashtests. Die „Fünf-Sterne“-Autos Fiat 500 und Audi Q7, die im ÖAMTC-Crashtest beim Frontaufprall gegen eine Wand mit Bestnoten abschnitten, sind bei einem aktuellen Test des Clubs mit nur schwachen Ergebnissen davongekommen.

Techniker ließen den rund 2500 Kilo schweren SUV in einem Kompatibilitäts-Crashtest gegen den kleinen Fiat mit der halben Masse prallen - mit überraschend schlechten Noten auf beiden Seiten. Die den Fahrzeugen attestierte „Fünf-Sterne“-Bewertung gilt nur in der jeweiligen Klasse – also nur bei einem Aufprall gegen ein ähnliches Auto, erklärte ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Der neue Test diente dazu herauszufinden, wie sich Autos beim Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug – so wie es auch auf der Straße vorkommt – verhalten. Problematisch wird es etwa bei einem Unfall mit einem stärkeren Wagen. „Ein doppelt so schweres Auto hat doppelt so viel Energie“, sagte Lang.

Fazit des Technikers: Herkömmliche Crashtests sind gut, aber zu wenig. Sie treffen Aussagen darüber, wie die Airbags arbeiten, wie die Sitze beschaffen sind oder darüber, wie sich die Fahrgastzelle deformiert. Sie sagen aber zu wenig darüber aus, „was passiert, wenn ich gegen ein anderes Auto fahre“, so der ÖAMTC-Cheftechniker.

„Kompatibilitätscrashtests muss es in Zukunft als Ergänzung zu den jetzigen Tests geben“, forderte Lang. Das Zusammenspiel der Autos untereinander in Unfallsituationen müsse verbessert werden.