Aus für Walfleisch in isländischem Duty-free
Der Verkauf von Walfleisch im Duty-free-Shop des isländischen Flughafens Keflavik ist auf Druck Großbritanniens und aus anderen EU-Ländern gestoppt worden. Das Außenministerium in London hatte Anfang November britische Staatsbürger ausdrücklich vor den möglichen strafrechtlichen Folgen eines unbedachten Delikatessen-Einkaufs in Island gewarnt.
Der Geschäftsführer der isländischen Lebensmittelkette 10-11, Arni Petur Jonsson, dementierte gegenüber isländischen Medien, dass die Entscheidung eine unmittelbare Folge des Foreign-Office-Hinweises sei, wonach der Privatimport von Walfleisch nach Großbritannien Gefängnisaufenthalte oder Geldstrafen in der Höhe von 5.000 Pfund (5.856 Euro) nach sich ziehen könne. Die Entscheidung sei vielmehr getroffen worden, um „keine Wellen“ zu schlagen.
Man habe von Reisebüros auch aus anderen EU-Ländern Hinweise erhalten, wonach Käufer von isländischem Walfleisch behördliche Schwierigkeiten bekommen hätten, beziehungsweise wegen des Walfangs kundgetan hätten, dass Island für sie nicht als Reiseziel infrage käme. Jonsson trauerte dem Verkaufsschlager dennoch hinterher: „Es war eines unserer nachgefragtesten Produkte“, zitierte ihn die englischsprachige „Iceland Review“.
In Großbritannien wurde die Entfernung des Walfleischs als Touristen-Delikatesse auf dem Flughafen Keflavik dagegen als Sieg Londons gewertet. Die britische Tageszeitung „Guardian“ hatte vergangene Woche mehrfach in der Angelegenheit berichtet.