Tarif-Vergleich

AK prangert Wucher-Tarife an: Tiroler zahlen Öffi-Höchstpreise

Die Tiroler Arbeiterkammer hat die Tarife öffentlicher Verkehrsmittel verglichen. Das Ergebnis erzürnt AK-Präsident Erwin Zangerl: „Diese Preise sind unverschämt und eine Abzockerei.“

Innsbruck – Ein Österreich-weiter Vergleich von Jahreskartentarifen bei Verkehrsverbünden und im Stadtverkehr förderte laut Tiroler Arbeiterkammer eine „Abzockerei“ zutage.

„In Vorarlberg und Südtirol zahlen die Pendler weniger als die Hälfte“, deutet Erwin Zangerl nach Süden und Westen. Und tatsächlich sind die Jahreskartentarife beim VVT im Vergleich zu den genannten Nachbarregionen ernüchternd. 584 Euro bezahlen Vorarlberger, 640 Euro Südtiroler zum Beispiel für eine Jahreskarte, die für eine Wegstrecke von 70 Kilometern gültig ist. In Tirol sind es hier satte 1369 Euro.

Die jeweils mehr als 600 Euro Differenz würden in Dornbirn oder Bozen ausreichen, um drei oder vier Jahreskarten für den Stadtverkehr zu kaufen. Denn auch hier sind die Unterschiede bemerkenswert: Mit 432,90 Euro gibt die AK den Preis für eine Jahreskarte für den Stadtverkehr in Innsbruck an. Bozen verlangt 166,40 Euro, Dornbirn 148 Euro.

Mindestens 200 Euro teurer

Nicht ganz so deutlich sind die Unterschiede zu den östlichen Bundesländern. Doch den einen oder anderen Hunderter können sich die bevorzugten Bewohner von Salzburg bis ins Burgenland dennoch sparen. Bei den Jahreskarten für 70 Kilomter-Strecken sind es jedenfalls mindestens 200 Euro.

Die Erhebungs-Ergebnisse der AK Tirol lassen Präsident Erwin Zangerl zu harten Worten greifen: „Die Tarife müssen runter. Diese Preisgestaltung ist unverschämt. Tirol soll sich ein Beispiel an Südtirol und Vorarlberg nehmen.“

Zangerl stößt vor allem die ständige Preiserhöherei bei den Tarifen auf: „Es gibt kaum Tarife in Tirol, die regelmäßiger erhöht werden, als jene für die Öffis.“ Jedes Jahr im Februar sei es soweit. Nur im Jahr der Landtagswahlen (2008) blieben die Tarife unverändert.

Preisanstieg um 16 Prozent seit 2007

Seit 2007 etwa, bemängelt die AK, stieg der Preis für die Strecke Innsbruck-Hall um ganze 16 Prozent an. Im kommenden Jahr wird die Jahreskarte der IVB die teuerste in ganz Österreich sein.

Neben den Preisen bemängelt die AK aber auch die Pendlerförderung Tirols. „Eigenwillig“ sei die Bindung dieser Förderung an den Pendlerpauschale. Anspruch entsteht erst ab einer Wegstrecke von 20 Kilometern. „Der Salzburger Klimabonus wird im Gegensatz dazu allen Jahreskartenbesitzern gewährt, unabhängig von Einkommen und Fahrtstrecke. In Kärnten, Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich werden Fahrtkostenbeihilfen für Öffi-Nutzer gewährt, wenn sie gewisse Einkommensgrenzen nicht überschreiten“, zieht die AK Vergleiche.

Die Arbeiterkammer fordert nun vom zuständigen Landesrat eine tirolweite Tarifreform. (TT.com)