Weltpolitik

Papademos: Euro ist „Garantie“ für Stabilität Griechenlands

Sein Land stehe am „Scheideweg“ sagte der designierte Regierungschef Lucas Papademos. Heute soll die Übergangsregierung angelobt werden.

Athen – Der designierte griechische Regierungschef Lucas Papademos, dessen Übergangsregierung heute um 15 Uhr angelobt werden soll, hat ein Bekenntnis zum Euro abgelegt. Die Teilnahme an der Gemeinschaftswährung sei „eine Garantie der Geldwertstabilität und ein Faktor wirtschaftlicher Stabilität“ für Griechenland, sagte Papademos am Donnerstag vor Journalisten in Athen, nachdem seine Ernennung durch das Präsidialamt bekanntgegeben worden war.

„Griechenland steht am Scheideweg“, sagte Papademos. Die Wirtschaft seines Landes stehe vor großen Problemen, der Weg werde nicht leicht sein. Papademos war von 2002 bis 2010 Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). In den Turbulenzen um die Rettung des hochverschuldeten Griechenlands war zuletzt auch ein Austritt des Landes aus der Eurozone und eine Rückkehr zur Nationalwährung Drachme diskutiert worden.

Der 64-Jährige soll eine Übergangsregierung leiten, die in schwierigen Verhandlungen zwischen den politischen Parteien vereinbart wurde. Hauptaufgabe der Übergangsregierung ist es, eine Pleite des hochverschuldeten Landes zu verhindern, die Vorgaben des internationalen Hilfspaketes umzusetzen und verlorenes Vertrauen wiederherzustellen. Griechenland ist seit vergangenem Jahr auf internationale Hilfen angewiesen. Im Gegenzug für die milliardenschwere Unterstützung durch EU und IWF muss Athen massiv sparen.

Das neue Kabinett soll am Freitagnachmittag vereidigt werden, nachdem der bisherige Regierungschef, Giorgos Papandreou von der sozialdemokratischen PASOK-Partei, am Mittwoch offiziell seinen Rücktritt erklärt hatte. Das Präsidialamt nannte zunächst keinen Termin für Neuwahlen, die von der konservativen Opposition zur Bedingung für eine Unterstützung der neuen Regierung gefordert worden waren. (APA/AFP)