Hoch „Xenia“ schickt Frau Holle in die Warteschleife
Frühlingsgefühle Mitten im Spätherbst: Hoch „Xenia“ sorgt am Wochenende für perfektes Wanderwetter bei bis zu 16 Grad. Und es bleibt weiter schön – noch mindestens eine Woche lang
Von Monika Schramm
Innsbruck – Strahlend blauer Himmel, die Sonne lacht über Tirol: Der November zeigt sich momentan von seiner allerbesten Seite. Von einem Ende des traumhaften Herbstwetters kann so bald keine Rede sein. „Schnee, Regen und Abkühlung sind weiter nicht in Sicht“, sagt Josef Lang, Meteorologe von ZAMG in Innsbruck.
Unverändert wird die Sonne auch am Wochenende über Tirol strahlen. Wenn der Nebel in der Früh die Stimmung in den Tälern etwas trübt, keine Sorge: Im Laufe des Vormittags löst sich das Grau schnell auf. Nebelig kann es am Samstagmorgen in Osttirol sein – aber auch da setzt sich die Sonne bis zum Mittag durch, informiert der Wetterexperte.
Die Nächte werden zwar frisch mit leichten Minusgraden. Dafür klettert tagsüber das Quecksilber aber auf 12 bis 16 Grad. Die Null-Grad-Grenze liegt dabei knapp über 3000 Meter – also perfektes Wanderwetter.
Sonnenschein bis mindestens kommenden Freitag
Hoch „Xenia“ bringt den Frühling mitten im Herbst nach Tirol und ganz Mitteleuropa. Das kräftige Hochdruckgebiet liegt zwischen zwei Tiefdruckgebieten – einem über dem Atlantik und einem über Russland. Im Moment befindet sich „Xenia“ noch über der Ostsee – im Laufe der nächsten Tage zieht sie immer weiter in Richtung Mitteleuropa. Und das heißt: Der Herbstblues hat weiter Pause, die Frühlingsgefühle bleiben. „Bis mindesten Freitag in einer Woche bleibt uns das sonnige, trocken Wetter erhalten“, so die Prognose von Josef Lang. Noch länger lässt sich das Wetter nicht verlässlich vorhersagen. Doch der Innsbrucker Meteorologe ist zuversichtlich: „Ein weiteres sonniges Herbstwochenende lässt sich bereits erahnen.“
Perfektes Wanderwetter
Viele Alm-Betreiber in Tirol sind bereits in ihrer verdienten Herbstruhe. Dort, wo noch nicht die Herbstruhe eingekehrt ist, tummelten sich in den letzten Tagen viele Wanderer. Auf der Arzler Alm zum Beispiel herrschte reger Betrieb. „Es ist wirklich ein schönes Bild, wenn so viele Gäste draußen sitzen“, freut sich Hannes Anzengruber. Der strahlende Herbst macht auch den verregneten Frühsommer wieder ein bisschen wett. Am Donnerstag zog das herrliche Wetter übrigens auch eine prominente Besucherin zur Alm: Malries Schild genoss den Ausflug sichtlich. Die Arzler Alm ist noch bis 27. November geöffnet.
Nur noch am Wochenende ist die Höttinger Alm offen. „Danach haben wir eine Baustelle“, sagt Wirt Bernhard Schlechter. Noch vor knapp einem Monat lag auf der Alm ein halber Meter Schnee. „Das ist längst vergessen. Vor vier Wochen sagten meine Gäste noch: „Was, du hast bis 13. November offen. Jetzt fragen sie mich, warum ich denn schon zusperre.“ Über das wunderschöne Spätherbstwetter freut sich der Hüttenwirt natürlich. „Der September und Oktober waren wirklich super. Die beiden Monate machen auch die Regenzeit im Juni und Anfang Juli wieder wett.“