Starke Börsenverluste: Österreichs Pensionskassen tief im Minus
Seit August geht es an den Börsen mit den Kursen stetig abwärts. Die heimischen Pensionskassen müssen teilweise herbe Verluste einstecken.
Wien – Für nächstes Jahr zeichnen sich in Österreich wieder herbere Kürzungen bei den betrieblichen Zusatzpensionen ab: Wegen der ab August abgesackten Börsen sind die heimischen Pensionskassen bei der Veranlagung im 3. Quartal noch stärker ins Minus gerutscht. Seit Jahresbeginn gerechnet lag die Performance der Kassen Ende September durchschnittlich bei minus 3,97 Prozent.
Das geht aus neuen Daten der Oesterreichischen Kontrollbank (OeNB) hervor. Ende Juni waren es minus 1,2 Prozent und im 1. Quartal minus 0,7 Prozent.
Bei überbetrieblichen Pensionskassen fiel der negative Veranlagungserfolg seit Jahresbeginn mit 4,16 Prozent massiver aus als bei den betrieblichen Kassen, die im Schnitt auf 2,59 Prozent Minus-Performance kamen.
Im Jahresabstand noch leicht im Plus
Im Abstand von einem Jahr lag die Performance der Kassen insgesamt dagegen per 30.9. noch mit 1,84 Prozent im Plus, bei den betrieblichen mit 2,37 Prozent und den überbetrieblichen mit 1,94 Prozent Zuwachs.
Zur Jahresmitte hatten die Pensionskassen rund 800.000 Kunden (Anwartschafts- und Leistungsberechtigte), Ende 2010 waren es rund 770.000 gewesen. Die Zahl der Pensionskassen-Rentner lag zu Ende des 1. Quartals bei 67.000 Personen. Die durchschnittliche Zusatzpension liegt laut Fachverband bei mehr als 7000 Euro im Jahr. Das veranlagte Vermögen betrug zuletzt etwa 15 Mrd. Euro.
Die Kürzungen bei Zusatzpensionen fallen in der Regel höher aus als das Veranlagungs-Minus, denn zunächst muss der „Rechnungszins“ erwirtschaftet werden. Dieser technische Zins entspricht bei „beitragsorientierten Lösungen“ jenem Ergebnis, das erreicht werden muss, um nominell gleichbleibende Leistungen zu gewährleisten.