IVB und Stadt wehren sich gegen Wucher-Vorwürfe bei Öffi-Tarifen
Tirol hat laut einer AK-Erhebung die teuersten Tarife im öffentlichen Verkehr. Nun wehren sich IVB und die Stadt Innsbruck gegen die Wucher-Vorwürfe.
Innsbruck – Steigende Treibstoff- und Strompreise sowie ebenfalls steigende Personalkosten sind für Martin Baltes, Geschäftsführer der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, die Hauptgründe für steigende Ticketpreise bei der IVB. In den letzten zehn Jahren, erklärt Baltes, haben sich die Dieselpreise verdoppelt, Strom sei um 250 Prozent teurer geworden und auch die Personalkosten seien um ein Drittel angestiegen. „Diese Kostensteigerungen wurden und werden nicht vollständig an die Kunden weitergegeben“, sagt Baltes. Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer bekräftigt: „Die Ticketpreise für Bus und Tram entwickelt jede Stadt und jede Region so, wie es für die Finanzierung der Leistung erforderlich ist. Die Kosten für den Betrieb von Bus und Tram in Innsbruck tragen die Stadt, die IKB AG, der VVT und natürlich die Fahrgäste.“
Trotz steigender Kosten und steigender Ticketpreise sind im letzten Jahrzehnt die Fahrgastzahlen ebenfalls gewachsen. Um zwölf Prozent, wie die IVB angibt.
Außerdem werde vom AK-Test nicht berücksichtigt, dass rund 70 Prozent der Innsbrucker Bevölkerung Zugang zu „rabattierten Tarifen“ haben. „Für diese Kunden geht der AK-Preisvergleich ins Leere.“
„Gesamtgefüge berücksichtigen“
Dass diese Kunden der IVB unzufrieden wären, sieht Oppitz-Plörer nicht: „Allein beim Innsbruck-Ticket Student wurden in diesem Wintersemester bisher 27 Prozent mehr gekauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, erklärt die Bürgermeisterin.
„Der AK-Vergleich einzelner Ticketpreise verschiedener Städte und Regionen ist wenig hilfreich, da er nicht das jeweilige Gesamtgefüge von Kosten und Leistungen berücksichtigt. Wichtig ist die Akzeptanz vor Ort“, betont Baltes und rechnet vor: Mit dem „Innsbruck-Ticket Jahr“ kosten Bus und Tram 1,19 Euro pro Tag, für Senioren sind es 0,89 Euro pro Tag, für Studenten 0,66 Euro am Tag und für Topticket-Kunden 0,71 Euro pro Tag.
Trotz der hohen Preise, die es in Tirol im Vergleich zu den anderen Bundesländern und zu Südtirol gibt, kündigt die IVB Preiserhöhungen in der Zukunft an. „Wir werden auch künftig die Preise jährlich anpassen und ein verträgliches Gefüge der Finanzierung des Bus- und Tramangebotes durch Steuern und Ticketerlöse dauerhaft sicherstellen“, sagt Baltes dazu. (TT.com)