Griechenland

Erzbischof vereidigt neue griechische Regierung in Athen

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Evangelos Venizelos bleibt Finanzminister, Stavros Dimas übernimmt das Außenamt. Für Aufsehen sorgt die Vergabe von Regierungsämtern an zwei Rechtsnationalisten.

Athen – In Griechenland hat am Freitag die Vereidigung der neuen Regierung unter dem ehemaligen Vize-Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Lucas Papademos, begonnen. Die Zeremonie unter Leitung des Erzbischofs von Athen und Oberhaupts der Kirche Griechenlands, Ieronymos, begann um 15.00 Uhr MEZ im Amtssitz des Präsidenten Karolos Papoulias.

Die Übergangsregierung soll das Land nach dem Rücktritt des bisherigen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou aus der chronischen Finanzkrise herausführen und für vorgezogene Neuwahlen sorgen.

Der bisherige Finanzminister Evangelos Venizelos von der sozialdemokratischen PASOK behält sein Amt. Das Außenamt übernimmt der frühere EU-Umweltkommissar und Vize-Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia (ND), Stavros Dimas. Sein Parteifreund Dimitris Avramopoulos, Alt-Bürgermeister von Athen, wird Verteidigungsminister.

Erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur 1974 ist an der neuen Regierung der nationalen Einheit eine rechtsnationalistischen Partei beteiligt: Makis Voridis von der LAOS-Partei wird das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr leiten. Er stammt aus der Jugendorganisation der Militärjunta und stand lange dem rechtsextremen Front National von Jean-Marie Le Pen in Frankreich nahe. Voridis‘ Parteifreund Adonis Georgiadis, unter anderem Mitherausgeber eines antisemitischen Pamphlets, wird Staatssekretär für Entwicklung und die Handelsmarine.

Insgesamt umfasst die neue griechische Regierung 17 Mitglieder, 14 davon gehören der PASOK an. PASOK, ND und LAOS verfügen über eine deutliche Mehrheit von 254 Abgeordneten im 300-köpfigen griechischen Parlament. (APA/AFP)