Gesellschaft

Fähre mit 19 Passagieren vor türkischer Küste entführt

Mutmaßliche kurdische Rebellen haben am Freitag eine türkische Personenfähre entführt. Auf dem Schiff vor Izmit im Marmara-Meer im Nordwesten der Türkei befanden sich demnach 19 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder.

Ankara - Mutmaßliche kurdische Rebellen haben am Freitag eine türkische Personenfähre entführt. Die „vier oder fünf“ Entführer hätten sich als Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ausgegeben, sagte der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim. Auf dem Schiff vor Izmit im Marmara-Meer im Nordwesten der Türkei befanden sich demnach 19 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder.

„Sie sagen, sie gehören zu einem Arm der Terrororganisation, der HPG“, sagte Yildirim dem Fernsehsender NTV. Die Volksverteidigungskräfte (HPG) sind der militärische Arm der PKK. Yildirim zufolge verfolgten Schiffe der Küstenwache die Fähre „Kartepe“, die zwischen den Städten Izmit und Gölcük unterwegs ist. Zu den Entführern bestand keine direkte Verbindung, nur ab und zu gab es kurze Kontakte zum Kapitän.

Ein örtlicher Bürgermeister sagte dem Fernsehsender NTV, einer der Entführer habe mit einer Bombe gedroht und von vier Komplizen an Bord gesprochen. Laut NTV mussten die Passagiere ihre Handys abgeben. Als die Fähre sich in südwestlicher Richtung fortbewegte, gabe es Spekulationen, sie könne zur Imrali-Insel unterwegs sein. Dort ist seit Jahren der PKK-Chef Abdullah Öcalan inhaftiert.

Zuletzt waren bei einem Selbstmordanschlag der PKK im November vergangenen Jahres in Istanbul 32 Menschen verletzt worden. Nach einem blutigen Angriff auf türkische Soldaten im Oktober war die Armee mit einem großangelegten Einsatz gegen PKK-Rebellen im Südosten der Türkei und im Nordirak vorgegangen.

Die PKK hatte im Jahr 1984 den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufgenommen. In dem Konflikt starben rund 45.000 Menschen. Die Türkei, die EU und die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. (dapd, APA, AFP)