Formel-1-Familie wünscht sich Räikkönen-Comeback bei Williams
Der Finne hat viele prominente Fürsprecher. Die Verhandlungen sollen sich auf der Zielgeraden befinden.
Abu Dhabi - Rallye-Fan Kimi Räikkönen steht offenbar kurz vor seiner Rückkehr in die Formel 1. Der Vertragsabschluss des Ex-Weltmeisters mit Williams gilt nur noch als Formsache. Zudem hat der Finne viele prominente Fürsprecher, darunter Michael Schumacher. Der Rekordweltmeister, der vor zwei Jahren aus dem Ruhestand zurückgekehrt ist, würde sich über ein Comeback seines alten Rivalen freuen: „Ich wäre glücklich, wenn er zurückkäme.“
Während Räikkönen beim Saisonfinale der Rallye-WM in Wales mit seinem Co-Piloten Kaj Lindström im Citroen DS3 um Punkte kämpfte, war er 6.000 Kilometer entfernt im F1-Fahrerlager in Abu Dhabi ein großes Thema. „Versuchs und nimm ihn unter Vertrag“, empfahl McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh den ehemaligen Schützling seinem Kollegen Frank Williams. „Ich hoffe, Kimi ist weiter hungrig und hat seine Fähigkeiten, uns zu elektrisieren, nicht verloren.“
Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali sagte über seinen ehemaligen Fahrer, der der Scuderia 2007 ihren bisher letzten WM-Titel beschert hat: „Er ist sehr talentiert, sehr stark und wenn er zurückkommen will, möchte er zeigen, dass er immer noch zu den Besten gehört.“ Auch wenn der Italiener versicherte, es stehe ihm nicht zu, dem erfahrenen Williams einen Rat zu geben, war klar herauszuhören, dass auch er Fan einer Raikkönen-Rückkehr wäre.
Frank Williams bat um Verständnis, dass er zu den ganzen Spekulationen keine Stellung beziehen wolle. „Es ist noch nicht ganz klar, wer in den Autos sitzt. Ich bin sicher, Pastor (Maldonado) wird fahren.“ Der zweite derzeitige Stammpilot Rubens Barrichello sei eine Möglichkeit. „Wir legen uns aber nicht fest, bevor wir nicht mit Rubens gesprochen haben“, betonte Williams.
Angeblich hängt Räikkönens Verpflichtung nur noch davon ab, ob das britische Team, an dem der österreichische Investor Christian „Toto“ Wolff einen signifikanten Anteil hält, mit einem finanzkräftigen Sponsor aus Katar abschließt. Räikkönen soll zudem zu großen finanziellen Abstrichen bereit sein. Der 32-Jährige hatte in der vergangenen Woche erstmals eingeräumt, mit Williams zu verhandeln.
Räikkönens Grand-Prix-Karriere hatte 2001 bei Sauber begonnen. Danach fuhr er fünf Jahre für McLaren-Mercedes und drei Jahre für Ferrari. Nach der Saison 2009 beendete der „Iceman“ seine Formel-1-Karriere mit 18 Siegen in 156 Rennen und dem WM-Titel 2007 mit Ferrari als Höhepunkt. Zuletzt fuhr Räikkönen zwei Jahre in der Rallye-WM. (APA, dpa)