Palästinenser drängen nicht mehr auf rasche UNO-Entscheidung
Aufgeben will Präsident Abbas das Streben nach einer Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen aber „auf keinen Fall“.
Ramallah – Angesichts einer fehlenden Mehrheit drängen die Palästinenser nicht mehr auf eine möglichst schnelle Abstimmung im Weltsicherheitsrat über ihren Antrag auf UNO-Vollmitgliedschaft. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas bekräftigte aber, dass man das Streben nach Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen auf keinen Fall aufgebe. Die Palästinenser konnten nach Angaben ranghoher Vertreter in Ramallah vom Samstag bisher nur acht der fünfzehn Mitglieder des mächtigsten UNO-Gremiums für ihre Sache gewinnen - eine Stimme zu wenig.
Dass sich dies bis zu einer möglichen Abstimmung im Sicherheitsrat in der kommenden Woche noch ändern könnte, galt als unwahrscheinlich. Umso mehr, als ein Ausschuss des Sicherheitsrates am Freitag abschließend mitgeteilt hatte, es sei keine Einigung darüber erzielt worden, ob die Palästinenser die formellen Voraussetzungen für eine UNO-Vollmitgliedschaft erfüllen.
Der Sicherheitsrat wollte sich voraussichtlich kommende Woche mit dem Thema befassen. Eine Abstimmung wurde angesichts der Tatsache, dass nicht einmal die Palästinenser selbst dies zum jetzigen Zeitpunkt wollten, aber kaum mehr erwartet.
Doch selbst wenn die Palästinenser noch eine Stimme mehr gewonnen hätten, wäre nur ein Achtungserfolg möglich gewesen, da die USA ohnehin ihr Veto gegen die Aufnahme eines Palästinenserstaates vor einem Friedensschluss mit Israel angekündigt hatten. Zurzeit gibt es aber nicht einmal Friedensgespräche zwischen Palästinensern und Israelis. (APA/dpa)