Carl Lampert wird in Dornbirn seliggesprochen
Der 1944 vom NS-Regime ermordete Provikar Carl Lampert wird am Sonntag seliggesprochen. Als Vertreter des Vatikans wird Kurienkardinal Angelo Amato am Sonntag in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn das päpstliche Dekret verkünden. Die Zeremonie beginnt um 16 Uhr mit einer Schweigeminute in Erinnerung an die Hinrichtungsstunde Lamperts in der Zuchtanstalt „Roter Ochse“ in Halle/Saale.
Der 1894 in Göfis bei Feldkirch geborene Lampert war der ranghöchste katholische Geistliche Österreichs, der seinen Widerstand gegen das Naziregime mit dem Leben bezahlte. Er hatte sich unter anderem aktiv für inhaftierte Priester und Ordensleute eingesetzt und gegen die Pläne des Gauleiters Franz Hofer protestiert, der Tirol und Vorarlberg zum ersten „klösterfreien Gau“ des Deutschen Reiches machen wollte. Das NS-Reichskriegsgericht warf Lampert Hochverrat, Spionage, Wehrkraftversetzung, Feindbegünstigung und Verstoß gegen das Rundfunkgesetz vor. Er wurde insgesamt dreimal zum Tode verurteilt und durch das Fallbeil hingerichtet. Die erste Seligsprechung in der noch jungen Diözese Feldkirch findet 13 Jahre nach Einleitung des entsprechenden Verfahrens in Rom statt.