USA und Russland wollen gemeinsame Iran-Reaktion
Obama und Medwedew trafen sich am Rande des APEC-Gipfels
Honolulu – Die USA und Russland wollen in einer gemeinsamen Antwort auf die jüngsten Erkenntnisse zum iranischen Atomprogramm reagieren. Nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Medwedew sagte US-Präsident Obama am Sonntag in Honolulu, beide Seiten hätten bekräftigt, „an einer gemeinsamen Antwort zu arbeiten, um den Iran dazu zu bringen, seine internationalen Verpflichtungen einzuhalten“.
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO hatte am Dienstag einen neuen Bericht zum iranischen Atomprogramm veröffentlicht. Darin heißt es, es gebe „glaubwürdige“ Hinweise, dass der Iran an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet und dazu bereits Tests einzelner Komponenten vorgenommen habe. Irans Staatschef Ahmadinejad hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Während die USA angesichts des IAEO-Berichts neue Sanktionen gegen Teheran befürworten, gelten die Vetomächte Russland und China in dieser Hinsicht als Bremser.
Die beiden republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber Romney und Gingrich sind indes notfalls zu einem Militäreinsatz gegen den Iran bereit. Falls auch härteste Sanktionen nicht ausreichen sollten, um Teheran am Bau einer Atombombe zu hindern, müssten die USA auch zu diesem Mittel greifen, machten beide bei einer TV-Debatte klar.
„Falls wir Barack Obama wiederwählen, wird der Iran Atomwaffen besitzen, wenn Sie sich für Mitt Romney entscheiden, wird der Iran keine Atomwaffen haben“, sagte Romney am Samstagabend. Präsidentschaftsbewerber Cain, der nach einer neusten Umfrage des Senders CBS als Favorit im Rennen um die Kandidatur gilt, würde dagegen auch das umstrittene Waterboarding als Verhörmethode bei Terroristen erlauben.
Ähnlich äußerte sich die Abgeordnete Bachmann. „Waterboarding hat sich als sehr effektiv erwiesen“, sagte die Vertreterin der „Tea-Party-Bewegung“.