„Rammbock“-Einbrüche: Prozess gegen Litauer vertagt

Das Trio soll mehrere Blitzeinbrüchen in Elektromärkte in Innsbruck, Salzburg und Wels verübt haben. Es sollen noch mehr Zeugen gehört werden.

(Symbolbild)
© Julia Hammerle

Innsbruck – Der Prozess gegen drei Litauer wegen des Verbrechens der kriminellen Organisation sowie des gewerbsmäßigen schweren Diebstahls durch Einbruch ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck auf den 22. Dezember vertagt worden. Laut Richterin Nadja Obwieser sollen weitere Zeugen gehört werden. Den Männern im Alter von 26, 28 und 23 Jahren war vorgeworfen worden, als Teil einer europaweit agierenden litauischen Tätergruppe mehrere „Blitzeinbrüche mittels Rammbockmethode“ in Elektromärkte in Salzburg, Wels, Innsbruck und anderen Orten verübt zu haben.

Im Falle einer Verurteilung drohen den Beschuldigten bis zu zehn Jahre Haft. Die Einbrüche sollen zumindest bis zum November 2009 mit anderen teilweise noch verfolgten beziehungsweise bereits verurteilten Landsleuten begangen worden sein. Dabei wurden laut Staatsanwaltschaft jeweils weit über 50.000 Euro erbeutet. Der 26-jährige Erstbeklagte bekannte sich vor dem Schöffensenat für schuldig, seine beiden Mitangeklagten wiesen jedoch jede Schuld von sich. Der 28-jährige Zweitbeklagte gab sogar an, noch nie in Österreich gewesen zu sein. Alle drei Angeklagten sollen bereits in anderen europäischen Ländern wegen diverser Delikte, darunter auch „Blitzeinbrüche“, verurteilt worden sein.

Die Litauer gingen laut der Anklagebehörde immer nach demselben Muster vor. Zuerst seien sie mit Fahrzeugen gewaltsam in die Elektromärkte eingedrungen und dann sollen sie mit Hämmern die Vitrinen eingeschlagen haben. Lediglich rund eineinhalb Minuten sollen die Blitzeinbrüche gedauert haben. Auf die Schliche war ihnen die Polizei durch die Aussage eines inzwischen bereits verurteilten Litauers gekommen. Der Mann gab offenbar auch genaue Auskünfte über die Organisationsstruktur der gesamten, hierarchisch organisierten, kriminellen Vereinigung. Im Juli diesen Jahres wurden die drei Beschuldigten schließlich in Untersuchungshaft genommen. (APA)


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