Aufregung um Software in Android-Smartphones

„Carrier IQ“ zeichnet die Eingaben von Handynutzern auf. Diese Informationen seinen „für Hersteller und Provider bestimmt“.

Wien - Eine in Android-Handys versteckte Software sorgt derzeit in den USA für Aufregung, allerdings könnte auch Europa betroffen sein. Wie Medien berichteten, hat ein US-Softwareentwickler auf seinem HTC-Handy mit Android-Betriebssystem ein Programm entdeckt, das im Hintergrund läuft und offenbar Daten aufzeichnet, die die Nutzer eingeben - mutmaßlich auch Texteingaben. Das betroffene Unternehmen „Carrier IQ“ betont jedoch, man sammle strikt für Telefonhersteller und Provider, damit diese ihre Services verbessern können.

Die Funktionen der Software sind laut dem deutschen Nachrichtenportal Zeit.de jedenfalls umfassend: „Carrier IQ“ kann demnach Standortinformationen, eingehende Anrufe und SMS ebenso aufzeichnen wie das Aufrufen von Apps. Sie könne Audioaufnahmen starten und sogar Eingaben auf der physischen und der virtuellen Tastatur des Geräts protokollieren, wie die Tests des amerikanischen Softwareentwicklers nahelegen, die online veröffentlicht wurden.

Laut der Website der amerikanischen IT-Bibel „Wired“ haben die meisten in den USA verkauften Android-Geräte, Blackberrys und Nokia-Smartphones „Carrier IQ“ installiert, wovon der Nutzer aber nichts erfahre. Allenfalls bei bestimmten Systemabstürzen frage das Gerät, ob es eine entsprechende Fehlermeldung an den Hersteller oder den Provider senden darf.

Ob „Carrier IQ“ auch in europäischen Telefonen verbaut ist, ist unklar. In Österreich sind die Berichte über die Software jedenfalls recht neu. Elisabeth Mattes, Sprecherin der Telekom Austria Group, versicherte auf APA-Anfrage jedenfalls, „dass A1 keine Daten dieser Software zur Verfügung hat oder haben will“. Darüber hinaus habe man bereits Stellungnahmen der Handyhersteller eingefordert, was den Einsatz des Programms angehe. (APA)

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