Retrospektive zu Robert Mitchum im Filmmuseum

Mit „Pursued“ von Raoul Walsh und „The Yakuza“ von Sydney Pollack ist am Donnerstag im Österreichischen Filmmuseum die Filmschau zu Robert Mitchum eröffnet worden. Der US-amerikanische Schauspieler, der 1997 im Alter von 79 Jahren gestorben war, wird mit 30 Werken gewürdigt, in denen er als Darsteller fungierte, und die er wesentlich mitgestaltet hat. Die Retrospektive dauert bis 6. Jänner 2012.

Im Todesjahr von Robert Charles Durman Mitchum hatte die Viennale dem Hollywoodstar eine Hommage gewidmet. Vierzehn Jahre später würdigt die Retrospektive des Filmmuseums „einen Darsteller, dessen rätselhafte Unangestrengtheit viele Beobachter in Verzückung versetzt“. Für Charles Laughton etwa sei er „der beste Schauspieler der Welt“ gewesen, als Verlierertyp auf der Suche nach der zweiten Chance erlangte er Ikonenstatus: etwa in Jacques Tourneurs „Out of the Past“, Otto Premingers „Angel Face“ oder Nicholas Rays „The Lusty Men“.

Mitchum, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, spielte in seiner über 50-jährigen Karriere in rund 125 Filmen mit. Ungeachtet zahlreicher Frauengeschichten, Prügeleien und Alkoholproblemen führte er mit seiner Ehefrau Dorothy über 56 Jahre hinweg ein glückliches Leben. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er 1945 mit dem Film „The Story of GI Joe“, der am Freitagabend gezeigt wird. Für seine Rolle als Lt. Walker wurde er für einen Oscar vorgeschlagen - die einzige Nominierung in seiner langen Karriere.

Mitchum spielte fast alles - von Westernhelden über Schurken bis hin zum Liebhaber. Er habe bis auf Frauen oder Zwerge praktisch alles verkörpert, sagte der Star einst. Aber besonders spezialisiert war er auf Rollen als einsamer, raubeiniger Held mit „Macho-Charme“ oder als Bösewicht. Seinen starken Zug zur Unabhängigkeit machte er stets mit extremer Disziplin in seinem Metier wett. Er selbst sah seinen Status nüchtern: „Der einzige Unterschied zwischen mir und meinen Kollegen ist, dass ich mehr Zeit im Gefängnis verbracht habe.“

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